Dresden und Sachsen
Inhalt
Landkarte
Einführung
Geschichte
Dresden
Dresdner Umland
Oberlausitz

Links
Angebote
Buch, CD
Impressum

Copyright

Texthinweis Landeskundlicher Reiseführer
StartseiteDresdner Umlanddresden-und-sachsen.de
Dresdner Umland
   Schloss Weesenstein

Schloss Weesenstein
Lage: im Müglitztal an der von Heidenau ins Osterzgebirge führenden Talstraße, auf einem Felskegel in einer engen Schleife des Flusses Müglitz
Bauzeit: Rundturm aus der Zeit um 1300 (gehört zu den ältesten Teilen des Schlosses; barocke Turmhaube aus dem 18. Jahrhundert), zwischen 1526 und 1575: Schlossbau
Name: Hus Weysinberg, später "Waisenstein" oder "Weißenstein" (könnte sich auf einen Quarzitgang im Burgfelsen beziehen, der weißen Milchquarz enthält)
Merkmale: unübersichtliche, aber sehr romantische Anlage mit etwa 200 Räumen (davon 35 für Besucher zugänglich), Gängen und drei Innenhöfen, Baustil: Gotik über Renaissance und Barock bis Klassizismus, Gebäude von der Kuppe ausgehend nach und nach angebaut und mit Treppen verbunden, acht Stockwerke, einzelne Bauten bis zu vier Stockwerke hoch, Stall im 3., Keller im 5. und Kirche im 6. Stockwerk, Räume teilweise in die Bergkuppe gemeißelt (Rückwände aus gewachsenem Fels)
Innenausstattung: Burgmuseum im alten Burgbereich (u.a. Renaissance-Rittersaal, in Felsenkammern eingerichtete Mannschaftsräume), Ausstellung über das Leben und Wirken von König Johann von Sachsen (1993 in der "Langen Galerie" eingerichtet), Tapetenmuseum (eines von nur vier in Europa): umfangreiche und wertvolle Sammlung von Bildtapeten (u.a. französische Ledertapeten und chinesische Reispapiertapeten), Festsaal mit wertvollen historischen Tapeten und einer prächtigen Stuckdecke, Schlosskapelle (1738-1741, Johann Georg Schmid, Baupläne: George Bähr, aus der Burgkapelle von 1504 umgebaut): ovale Kapelle mit originaler Innenausstattung von 1741 (zu großen Teilen von Andreas Hünigen gefertigt, hölzerne Altarfiguren wahrscheinlich von Benjamin Thomae, Orgel von Johann Tobias Dressel), Schlossgarten: 1781 als Barockgarten im französischen Stil angelegt, drei von hohen Lebensbäumen umgebene Rondelle, mehrere Statuen und ein Pavillon, Freitreppe an der Südseite des Schlosses (in der Achse des Gartens), der Fluss Müglitz ist Teil des Schlossparks

www.schloss-weesenstein.de
www.weesenstein.de - Schlossbrauerei Weesenstein

Bilder: Schloss Weesenstein, aus dem Schlosspark gesehen, und Hauptportal von 1575

Aus der Geschichte: um 1200: Gründung einer Burg als Grenzfeste zu Böhmen, zunächst zur Burggrafschaft Dohna gehörend (bis die reichsfreien Dohnaer Burggrafen in der Dohnaischen Fehde um 1400 von Markgraf Friedrich IV. von Meißen niedergerungen wurden), 1318: urkundliche Ersterwähnung, ab 1406: im Besitz der Grafen von Bünau (Bünau-Schleinitzsches Wappen am Hauptportal von 1575), zwischen 1526 und 1575: Umbau der militärisch bedeutungslos gewordenen Burg in ein repräsentatives Schloss (Hauptwohnsitz der Bünaus), Geschlecht der von Bünaus im Siebenjährige Krieg (1756-1763) ruiniert, Schloss von Freifrau von Uckermann erworben, ab 1830: im Besitz der Wettiner, hier lebten die Prinzen Anton, Johann und Georg (regierten später als Könige von Sachsen), ab 1838: Wohn- und Studienort von Prinz Johann (reg. 1854-1873 als König Johann von Sachsen), schrieb hier unter dem Pseudonym "Philalethes" seine vielbeachtete Dante-Übersetzung, ab 1933: Schlossverwaltung durch den Landesverein Sächsischer Heimatschutz, 1934: Gründung des Schlossmuseums, Zweiter Weltkrieg: Hauptdepot der aus Dresden ausgelagerten Gemäldegalerie, ab 1947: Zugehörigkeit zu den Staatlichen Schlössern und Gärten der DDR, 1952: Wiedereröffnung des Schlossmuseums, 1990er Jahre: Restaurierung des Schlosses und Wiederherstellung der aus dem 18. Jahrhundert stammenden illusionistischen barocken Fassadenbemalung



  nach oben | Dresdner Umland

Landeskundlicher Reiseführer