Flur: 483 ha (dazu gehört auch ein Teil der südwestlich des Oberen Waldteiches gelegenen Wüstung Cunnersdorf)
Aus der Geschichte: frühe Besiedlung des Gebietes um Wilschdorf (Funde schnurkeramischer Tongefäße und bronzezeitlicher Gräber), 1242: urkundliche Ersterwähnung des Straßenangerdorfes als Ranis maius (Groß-Rähnitz), um 1330 als Wilesdorf, 1445 als Wilschtorff und 1495 als Wilßtorff (etwa: "Dorf am Wolfsbach" oder "Dorf im Wolfsholz"), die Wüstung "Das alte Dorf" lag östlich des Lößnitzweges in der Nähe von "Glasewalds Ruhe", ab 1547 (nach der Reformation): Zugehörigkeit (als Teil des Rittergutes Hermsdorf) zum Amt Dresden (ab 1875 zur Amtshauptmannschaft Dresden), ab dem 17. Jahrhundert: Bewirtschaftung einiger Weinberge bei Wilschdorf (Weinbau endete um 1885 wegen der eingeschleppten Reblaus, später Wohn- und Wochenendhäuser sowie Waldgärten und Erholungsheime auf diesem Gelände, die Gaststätte Waldmax war ein beliebtes Ausflugsziel), 1829: Eröffnung des ersten Wilschdorfer Schulhauses, 1899: Bau einer neuen Schule an diesem Ort (1920 erweitert), 1950: Eingemeindung nach Dresden, ab 1996: Bau einer Mikrochip-Fabrik durch die Firma AMD mit großzügiger Unterstützung durch den Freistaat Sachsen und die Stadt Dresden (fertigt seitdem modernste Mikroprozessoren, darunter AMD-Prozessoren der Athlon- und Phenom-Reihe)
Wilschdorfer Dorfkirche: gilt als älteste Kirche Dresdens, rechteckiger Saalbau mit Satteldach und achteckigem Dachreiter mit geschweifter Haube (kleinere der Bronzeglocken aus dem 13. Jahrhundert stammend), inneres Westportal und Pforte zur Sakristei aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, Emporen-Brüstungen mit Hermenpilastern geschmückt, schöne Fresken-Wandmalerei des Innenraumes aus dem 15. Jahrhundert, Altar mit hölzernem Aufbau (mit gesprengtem Giebel) zwischen Säulen, bemerkenswerte Abendmahlsdarstellung (zwischen 1560 und 1580, wahrscheinlich eine Arbeit des Lütticher Malers Hans Schroer), unter einem Spitzbogenportal an der Südwand das Grabdenkmal (Rokoko-Stil) des Pfarrers Johann Friedrich Gerhardt, im Pfarrgarten das Rundbogenportal des 1907 abgebrochenen Pfarrhauses (Inschrifttafel von 1612 erinnert an die Errichtung dieses Gebäudes, eine weitere an den Umbau von 1781)
Historische Bausubstanz: ländlicher Charakter des Ortes blieb erhalten, mehrere alte Fachwerkhäuser und Wohnstallgebäude, einige der Gehöfte bzw. Grundstücke mit Bruchsteinmauern (z.T. Trockenmauern) umgeben, Dorfgasthof Wilschdorf mit prächtiger Innenausstattung (u.a. ein Türbeschlag aus Kunstschmiedeeisen und seit 1942 eine Renaissance-Kassettendecke aus dem Altfrankener Lucknerschloss: vom Wilschdorfer Gastwirt während des Abbruchs des Schlosses 1939 erworben) |