Aus der Geschichte
das Gebiet Trachenberge am nordwestlichen Dresdner Elbtalhang war einst ein kurfürstlicher Wald, 1638: Rodung der Flur Jeßnitz, 1680: Gründung des Weingutes am Wilden Mann (Döbelner Str. 108-116, 1934 wegen Baufälligkeit abgebrochen) durch den Dresdner Bürgermeister Philipp Strobel (gest. 1702), Erweiterung um einige Anbauten durch Strobels Schwiegersohn Lüder Hildebrand (Generaladjutant Augusts des Starken, gest. 1732), ab 1710: Bild des "Wilden Mannes" (auf eine alte Sage bezogen) als Wirtszeichen an der Gutsschenke angebracht, 1773: Wechsel des Schankbetriebes zu dem am Steilanstieg der Großenhainer Straße gelegenen Haus Döbelner Straße 130, 1885-1898 (nach dem Zusammenbruch der Weinwirtschaft im Elbtal durch die Reblaus): landwirtschaftliche Nutzung des Gutes
1722: Gründung des selbstständigen Gutsbezirkes Wilder Mann, um 1732: Verkauf von Grundstücken an Pieschener Winzer und Gärtner durch Förster August Hecht (die Namen "Hechtstraße" und "Hechtviertel" erinnern an den einst am Fuße des Steilanstieges der Radeburger Straße stehenden Gasthof "Zum Blauen Hecht", von der Dresdner Neustadt her war der Gasthof über die Hechtstraße, an der das Hechtviertel liegt, zu erreichen, der Gasthof musste der Zufahrtsstraße zur Autobahnauffahrt Dresden-Hellerau weichen), neben den Winzern und Gärtnern siedelten sich im 18. Jahrhundert auch Adlige und wohlhabende Dresdner Bürger an, um 1740: Bau des Weinberghauses Döbelner Straße 24 (1831-1858 im Besitz des angesehenen Ornithologen Dr. Ludwig Thienemann)
um 1800: erst jetzt wesentliche Ausbreitung der Siedlung Trachenberge, schnelle Entwicklung des aus Villen und Landhäusern bestehenden Gartenbauortes zu einem beliebten Dresdner Ausflugsziel, 1862: Anlage des Äußeren Neustädter Friedhofes am Hang der Hellerterrasse (später St.-Pauli-Friedhof genannt, Entwürfe der Gebäude: Landbaumeister Karl Canzler, u.a. Gräber von Dresdner Soldaten, die in den Kriegen von 1866 und 1870/71 gefallen waren), 1873: Eröffnung einer Besserungsanstalt für Jugendliche auf dem Gelände des Marienhofes (ab 1959 Gehörlosen- und Sprachheilschule), um 1890: Gründung des Villenviertels am Wilden Mann nördlich der Döbelner Straße durch vermögende Dresdner Bürger, wurde zu einem beliebten Sommerausflugsziel, 1894: Bau des Hellerhofes (auch "Eselhof" genannt wegen der Produktion von Eselsmilch als Ersatznahrung für Säuglinge mit Verdauungsstörungen und Milchallergie)
1897: Eingemeindung nach Dresden, 1915: Ausscheiden der Trachenberger Gemeinde aus der Kirchgemeinde Kaditz, Bau der Weinbergskirche, 1930: genossenschaftlicher Wohnungsbau auf der Flur Jeßnitz, 1950: Bau des Glockenturms der Weinbergskirche (etwas abseits des Gotteshauses stehend) mit Steinen von Dresdner Kirchen, die den englisch-amerikanischen Bombenangriffen im Februar 1945 zum Opfer gefallen waren, 1958: Wiederaufbau der Kirche nach einem Brand |