
































|

  

Theaterplatz mit Altstädter Wache, König-Johann-Denkmal und Carl-Maria-von-Weber-Denkmal

Bild: Elbseite des Theaterplatzes, von der Augustusbrücke gesehen (hinten links die Gemäldegalerie/Sempergalerie, hinten rechts die Semperoper, vorn die Gaststätte Italienisches Dörfchen, vorn auf der Elbe der "Theaterkahn", rechts das Basteischlösschen auf dem alten Mauerwerk der Stadtfestung
Merkmale: architekturhistorisch bedeutendster Platz Dresdens mit Barock-, Renaissance- und klassizistischer Architektur in einem kontrastreichen Stilgemisch, umgebende Bauwerke (von Norden im Uhrzeigersinn): Italienisches Dörfchen (klassizistisch), Kathedrale St. Trinitatis (ehem. Katholische Hofkirche, römisch-spätbarock), Residenzschloss (Renaissance), Altstädter Wache (klassizistisch), Dresdner Zwinger (römisch-hochbarock), Sempergalerie (Gemäldegalerie Alte Meister, Neo-Renaissance) und Semperoper (Neo-Renaissance)
Aus der Geschichte:
Zeit Augusts des Starken (reg. 1694-1733): Planung für ein neues Barockschloss auf dem Gelände zwischen Zwinger und Elbe (mit dem Zwinger als Vorhof), aber nicht mehr verwirklicht und Elbseite des Zwingers nur mit einer Mauer verschlossen, bis 1829: Abbruch der nordwestlichen Wallanlage der Stadtfestung, das Gelände blieb zunächst nur unbedeutend bebaut,
um 1837: Bebauungsplan Gottfried Sempers (Professor für Architektur an der Kunstakademie, wirkte seit 1834 in Dresden) für die Fläche vor der Elbseite des Residenzschlosses, griff Pöppelmanns Forumsplan von 1729 in etwas abgewandelter Form auf: Erweiterung des Zwingers mit zwei Flügeln bis zur Elbe, Bau eines Galeriegebäudes an der Schlossseite sowie einer Orangerie und eines Hoftheaters an der Nordwestseite, Verlagerung der 1832 fertiggestellten klassizistischen Altstädter Wache an das Elbufer, Sempers Forumsplan scheiterte aber am Widerspruch der Dresdner Behörden, verwirklicht wurde Sempers letzter Entwurf von 1846: ein Galeriegebäude (elbseitiger Zwinger-Abschluss) und ein Hoftheater (war schon seit 1838 im Bau), dadurch entstand der Theaterplatz vor dem Residenzschloss, außerdem erfolgten Umbauten und Ergänzungen der an der Elbseite des Platzes verbliebenen älteren Gebäude, unter anderem der Gaststätte "Italienisches Dörfchen" (mit ihrem Namen an die einst hier stehenden Wohnhäuschen der italienischen Bauarbeiter des Hofkirchenbaus erinnernd) über dem damaligen Landeplatz der Dampfschiffe der Meißner Linie, 1853: Abbruch der Calberlaschen Zuckerfabrik, später: Bau des Hotels Bellevue an diesem Ort (durch die englisch-amerikanischen Bombenangriffe im Februar 1945 zerstört), 1913: Neubau der Gaststätte "Italienisches Dörfchen" durch Stadtbaurat Hans Erlwein (sehr flach angelegt, damit es die Ansicht der historischen Gebäude am Theaterplatz von der Elbe her nicht allzusehr versperrt, mit zurückhaltender klassizistischer Fassade, sich unauffällig in das Ensemble der Barock- und Neorenaissance-Bauten am Theaterplatz einfügend) |
Bild: Theaterplatzbereich von Norden aus dem Heißluftballon gesehen (teilschematisiert); in der Bildmitte der Dresdner Zwinger, rechts davon der Zwingergraben und der Zwingerteich, die Ostraallee und das Schauspielhaus (darüber der Postplatz), das bogenförmige Gebäude ist das Stadthaus, unten rechts der Marstall mit großem Hof, links neben dem Zwinger der Theaterplatz, an diesem oben rechts die Altstädter Wache, rechts die Sempergalerie (Elbseite des Zwingers), unten die Semperoper, links an der Elbe das Italienische Dörfchen, darüber die Kathedrale St. Trinitatis, das Residenzschloss und darüber das Taschenbergpalais, links oben im Bild der Kulturpalast (mit kupfernem Dachaufsatz), darunter das Johanneum (weißes Dach) und der Stallhof (mit Kanzleigebäude und Langem Gang), zwischen Stallhof und Schloss der Georgenbau, davor der Schlossplatz, links von diesem das Ständehaus, darunter die Augustusbrücke

Altstädter Wache (Schinkelwache)
Lage: Süden des Theaterplatzes
Bauzeit, Architekt: 1830-1832, Joseph Thürmer, Entwürfe: Karl Friedrich Schinkel (preußischer Baumeister, Leiter des Staatsbauamtes, entwarf z.B. die Neue Wache in Berlin unter den Linden und das im Februar 1945 zerstörte und nicht wieder aufgebaute Palais Serre in Dresden)
Nutzung: einst Hauptwache der Altstadt, heute Gaststätte und Vorverkaufskasse der Dresdner Theater (Oper, Schauspiel und Operette)
Merkmale: klassizistisches Sandsteingebäude, nach dem Vorbild eines ionischen Tempels gestaltet (anders und graziler als Schinkels Berliner Neue Wache - wahrscheinlich nahm Schinkel hierbei Rücksicht auf das von (Neo-)Renaissance- und Barockbauten bestimmte bauliche Umfeld des Theaterplatzes), Portikus mit sechs Säulen (aus Cottaer Sandstein) und unauffällig geschmückten Giebelfeldern, zum Skulpturenschmuck gehören die Saxonia von Joseph Hermann am Südostgiebel und der Mars von Franz Pettrich am Nordwestgiebel, nach der Zerstörung im Februar 1945 in den Jahren 1955/56 äußerlich originalgetreu, im Inneren dagegen in moderner Ausführung wieder aufgebaut |

König-Johann-Denkmal
Standort: Mitte des Theaterplatzes, vor der Semperoper (deren Bauherr König Johann war), an deren Mittelachse ausgerichtet, vom Zwingerhof durch den Durchgang der Sempergalerie zu sehen
Entstehungszeit, Bildhauer: 1889, Johannes Schilling (in der Dresdner Kunst- und Glockengießerei C. Albert Bierling gegossen)
Merkmale: bronzenes Reiterstandbild auf einem mit schönem Relief verzierten hohen Sockel
Aus der Geschichte: König Johann von Sachsen (1801-1873, reg. 1854-1873) war ein bedeutender Gelehrter: Sprachwissenschaftler und ausgebildeter Jurist, wurde unter anderem als Dante-Forscher bekannt, gab 1849 unter dem Pseudonym "Philalethes" eine Übersetzung von Dantes "Göttlicher Komödie" heraus, gehörte ca. 30 europäischen wissenschaftlichen Gesellschaften an, erhielt 1869 auf Vorschlag von Leopold von Ranke den Titel "Ritter der Friedensklasse des Pour le Mérite" verliehen, die Reliefs am Denkmal beschreiben auch Ausschnitte seines Wirkens |

Carl-Maria-von-Weber-Denkmal
Standort: am Theaterplatz nördlich der Sempergalerie zwischen Semperoper und Zwinger
Entstehungszeit, Bildhauer: 1855-1860, Ernst Rietschel, Postament: Georg Hermann Nicolai
Merkmale: überlebensgroße Bronzeskulptur
Aus der Geschichte: 1817-1826: Wirken des Komponisten Carl Maria von Weber (1786-1826) als Musikdirektor in Dresden (er komponierte hier die Opern "Freischütz", "Euryanthe" und "Oberon", aber auch die "Aufforderung zum Tanz", die er zum ersten Mal in der Gaststube der Keppmühle - nicht weit von seinem Sommersitz in Hosterwitz entfernt - gespielt haben soll; sein Grab befindet sich in der Dresdner Friedrichstadt auf dem Alten Katholischen Friedhof an der Friedrichstraße) |
nach oben

|