Residenzschloss Dresden

Das Residenzschloss in Dresden, auch unter dem Namen Dresdner Schloss bekannt, ist ein Bau aus der Zeit der Renaissance in der Innenstadt von Dresden. Es war gleichzeitig die Residenz der sächsischen Herrscher, darunter Könige und Kurfürsten und der Stammsitz der Dynastie der Wettiner. Bis heute prägt das Schloss das Stadtbild von Dresden, denn es vereint so gut wie alle historischen Baustile von der Romantik bis zum Historismus auf einem Gebäudekomplex. Heute ist das Schloss ein beliebtes Museum mit fünf historischen und dauernden Ausstellungen, sowie der Dreh- und Angelpunkt für eine Vielzahl von Events und Veranstaltungen.

Eine kurze (Bau)Geschichte

Die erste urkundliche und bestätige Erwähnung fand das Schloss im Jahre 1289. Damals fungierte es zwar noch nicht als prächtiger Residenzbau, sondern eher als wehrhafte Burg. Aber als der damalige Markgraf Wilhelm dem Einäugigen die Burg zur fürstlichen Residenz erhob begann auch offiziell die Geschichte des prächtigen Baus. Es ist nur wenig bekannt über die frühesten Phasen des Gebäudes, allerdings steht fest das zwischen den Jahren 1468 bis 1472 insgesamt vier Flügel in geschlossener Form mit Torhaus fertiggestellt wurden. Im Jahre 1535 wurde der berühmte Georgenbau fertiggestellt, welcher heute noch ein Publikumsmagnet ist. 1591 erfolgte die Fertigstellung des Stallhofes, der im Zuge umfassender Renovierungsarbeiten zwischen 1548 und 1556 unter der Leitung von Moritz von Sachsen geplant und anschließend umgesetzt wurde. Weiterhin prägten vor allem August der Starke in den folgenden Jahren das bauliche Bild. Dieser wohl berühmteste König der sächsischen Landen gab des Audienzgemach, die Gemäldegalerie Alte Meister und die Deckengemälde im Schlafzimmer und im Thronsaal in Auftrag.

Zerstörung und Wiederaufbau

Die Luftangriffe auf Dresden im zweiten Weltkrieg sorgten für die komplette Zerstörung des Schlosses bis auf die Grundmauern. Zahlreiche Kunstschätze, darunter die Zinngiebel wurden völlig zerstört und sind seitdem im originalen Zustand verloren. Die nachfolgende DDR unter Erich Honecker versprach zwar den Wiederaufbau, konnte diesen aber aufgrund der schweren wirtschaftlichen Situation nie realisieren. Erst seit 2010 kann das Dresdner Schloss wieder als vollständig wiederhergestellt betrachtet werden und ist fast in Gänze in seinem ursprünglichen Zustand begehbar.

 

Wichtige Sehenswürdigkeiten im Schloss

Georgenbau

Der Georgenbau liegt direkt am Schlossplatz und wurde unter Herzog Georg 1530–1535 errichtet. Er diente zeitweilig als Befestigung und als Kanzleigebäude und erhielt seine heutige Form erst im Jahre 1899 durch einen Umbau im Stil der Neorenaissance.

Hausmannsturm

Der Hausmannsturm ist der Hauptturm der alten Burg und wurde um 1400 errichtet. Bis 1945 war er mit 100,27m der höchste Turm der Stadt Dresden. Er verfügt über eine Aussichtsplattform in 38,62 m Höhe.

(Neues) Grünes Gewölbe

Das Neue Grüne Gewölbe ist heute ein Museum für Kunstgegenstände, darunter die berühmten Arbeiten des damaligen Hofgoldschmieds Johann Melchior Dinglinger und der ebenso berühmte Dresdner Grüne Diamant. Im historischen Grünen Gewölbe, welches sich im Erdgeschoss befindet, können die verschiedenen Kunstwerke am Bau ohne Zeitticket bewundert werden.

Münzkabinett

Das historische Münzkabinett bewahrt bis heute über 300.000 Stücke aus der Antike bis zur Neuzeit. Allesamt haben einen finanzgeschichtlichen Hintergrund und es befinden sich Münzen, Medaillen und weitere Wertstücke in der Ausstellung.

Kupferstich-Kabinett

Die Sammlung im Kupferstich-Kabinett umfasst eine Vielzahl historischer Kupferstiche, Stiche und anderer Kunstwerke.

Rüstkammer und Türkische Kammer

Beide Kammern umfassen vor allem Waffensammlungen und orientalische Kunstwerke.

Weiterhin zählt eine Schlossbibliothek zu den Sammlungen des Schlosses. Sie gilt mit ihren über 260.000 historischen und neueren Büchern zur Ausstellung zu einer der bedeutendsten Sammlungen der Welt und umfasst vor allem Werke zur Kunstgeschichte und Kunstentwicklung. Ebenso einen Besuch wert und ein wirkliches „Must Seen“ in einem Rundgang ist der wiederhergestellte Riesensaal. Mit einer gesamten Länge von 57 Metern und einer gesamten Breite von 13 Metern ist er der größte Saal im Schloss und bietet heute Platz für zahlreiche Ausstellungen und Events.

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