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Stadtteil Plauen
Plauener Flur (207 ha groß, heute dicht bebaut): zwischen dem Fluss Weißeritz im Westen und dem Ende des Plauenschen Ringes im Osten sowie zwischen der Bamberger Straße im Norden und der Kohlenstraße im Süden
Aus der Geschichte von Plauen
1206: urkundliche Ersterwähnung des Sackgassendorfes als Plawen (altsorbisch: Dorf an der Flöße; plaviti = flößen), 1296: Ersterwähnung einer Kapelle in Plauen (stand an der späteren Reckestraße, verbrannte 1429 im Hussitenkrieg, um 1466 als Kirche wieder aufgebaut, Kirchturm blieb bis 1893 erhalten), 1329: Wechsel des Grundbesitzes vom Maternihospital (gehörte zum Klarissinnenkloster Seußlitz) an die Stadt Dresden (Wechsel der Gerichtsbarkeit an den Dresdner Rat), 1541: Bau einer Rohrwasserleitung ("Röhrfahrt" nach Plänen des kurfürstlichen Festungsbaumeisters Caspar Voigt von Wierandt) von Plauen bis zum Residenzschloss und zur Apotheke auf dem Altmarkt (der alte Wasserfang blieb im Garten der Mühlenwerke Plauen erhalten, bis 1755 entstanden insgesamt 25 Röhrfahrten nach Dresden, waren bis 1888 in Betrieb), 16. Jahrhundert: Anlage von Obstbaumalleen und Obstplantagen vor allem mit Birn- und Kirschbäumen (wahrscheinlich auf Anregung des in Gittersee wohnenden Pfarrers Martin Künzelmann), waren insbesondere in der Zeit der Baumblüte ein beliebtes Ausflugsziel der Dresdner, nach dem Siebenjährigen Krieg (1756-1763): Einrichtung vieler Notquartiere für Dresdner, die durch die Zerstörung der Altstadt durch den preußischen Kanonenbeschuss ihre Wohnung verloren hatten, zahlreiche Krankheits- und Todesfällen wegen der engen, unhygienischen Verhältnisse (in Plauen gab es damals nur einige wenige Anwesen), 1845: Ausbau der Chemnitzer Straße (Hauptstraße nach Dresden) zur Chaussee, Bau eines Chausseehauses am Ende der Nöthnitzer Straße, 1855: Inbetriebnahme der Albertbahn im Plauenschen Grund (Bahnhof Plauen damals oberhalb der Forsthausbrücke neben der Felsenkellerbrauerei gelegen, am heutigen Standort seit 1925),
ab Mitte des 19. Jahrhunderts: zahlreiche Betriebsgründungen (vor allem der Lebens- und Genussmittel-Industrie), z.B. Brauerei "Zum Felsenkeller" (1857), Brauerei "Zum Lagerkeller" (1872), Schokoladenfabrik "Petzold und Aulhorn" (1843, erwarb 1897 den Reisewitzer Park), eine Waffelfabrik (1873), Blechwarenfabrik Anton Reiche (stellte die ersten Schokoladenautomaten Deutschlands her), eine Konservenfabrik und die Altstädter Dampfmolkerei (1907), ab 1872: Bau von Wohnhäusern im Bereich Würzburger und Kaitzer Straße durch die Aktiengesellschaft Dresden-Westend, 1884-1890: der Sozialist August Bebel wohnte in Plauen (war nach dem Inkrafttreten des Sozialistengesetzes aus Leipzig ausgewiesen worden), 1891: Anlage des Westendparks (heute Fichtepark) im Villenviertel Hohenplauen, gute Fernsicht vom Aussichtsturm (1896, 25 m hoch) über das Elbtal bis hin zur Sächsischen Schweiz (im Jahr 1962 wurde am Turm das Fichte-Medaillon anlässlich des 200. Geburtstages des aus Rammenau stammenden Philosophen Johann Gottlieb Fichte angebracht), 1893/94: Bau des Plauener Rathauses (Stil der deutschen Neo-Renaissance, Architekten: William Lossow und Hermann Viehweger), ab 1898: Wohnungsbau am Westende der Münchner Straße, 1899: schon 12.000 Einwohner (1863: 1.200 Einwohner), um 1902: Umbau der alten Kirche zur Auferstehungskirche (Stil der Neo-Renaissance, wesentlich vergrößert und mit einem 49 m hohen Turm ausgestattet, Architekten: William Lossow und Hermann Viehweger), 1902: Bau des Müller-Brunnens an der Westseite des Altplauener Dorfplatzes (Bronzefigur eines Müllerburschen nach einem Entwurf von Robert Henze, in der Dresdner Kunst- und Glockengießerei C. Albert Bierling gegossen, Brunnenanlage 1986 restauriert, heute nicht weit entfernt am F.-C.-Weiskopfplatz zu finden, die Bronzefigur ist eine von Wilhelm Landgraf geschaffene Kopie des 1943 eingeschmolzenen Originals), 1903: Eingemeindung nach Dresden, 1911: Gründung der Baugesellschaft Südwest durch Söhne des Großunternehmers Traugott Bienert, nach 1918: Bau der Wohnviertel zwischen der Münchner und der Nöthnitzer Straße sowie in Hohenplauen (vor allem für Vertreter der Mittel- und Oberschicht), 1936: Bau der Aussichtsbastion (auf den Fundamenten einer älteren Anlage) an der scharfen Kurve des Plauenschen Ringes, Februar 1945: große Schäden an den Fabriken und Wohnvierteln Plauens durch die englisch-amerikanischen Bombenangriffe, Baulücken nach dem Krieg mit Neubauten geschlossen, Bau neuer Wohnviertel zwischen dem Plauenschen Ring und der Kohlenstraße im Bereich der Arltstraße |
Hofmühle
1366: Erwähnung einer Mahlmühle in Plauen, 1541: Bau einer Walkmühle durch Dresdner Tuchmacher unterhalb der Hofmühlenbrücke, 1568: Kurfürst August von Sachsen (reg. 1553-1586; nicht mit August dem Starken verwechseln!) kaufte die Walkmühle und ließ sie 1571 in eine Mahlmühle mit 16 Mahlgängen umbauen (ein kurfürstliches Doppelwappen blieb erhalten, Wappenschild von 1570 nennt Zacharias Zimmermann als ersten Mühlmeister), diese erste Hofmühle war nun für das von Kurfürst August gegründete Vorwerk (Kammergut) Ostra in Betrieb, die Auslastung der Hofmühle wurde durch den von Kurfürst August eingeführten Mahlzwang gesichert (bis 1660 auf über 60 Dörfer - bis in das Radebeuler Gebiet hinein - ausgeweitet, 1841 aufgehoben, dann allmählicher Verfall der Hofmühle), ab 1852: Hofmühle vom Eschdorfer Müller und Bäcker Traugott Bienert gepachtet, umfassend technisch erneuert, von Wasser- auf Dampfkraft umgestellt, 1872: Mühle von Traugott Bienert gekauft (war sehr vermögend, schuf 1874 eine Gasanstalt, 1876 eine Wasserleitung und 1883 eine Kinderbewahranstalt in Plauen), später: Erweiterung des Großbetriebes durch Bienerts Nachfahren unter anderem durch den Neubau einer Mühle in der Dresdner Friedrichstadt am Elbhafen (Bienerts Hafenmühle, heute Städtische Mühle) |
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