Loschwitz – ein Dresdner Villenstadtteil mit Stil

Am rechten Elbufer, in Höhe des Blauen Wunders, liegt der Dresdner Stadtteil Loschwitz an zwei Steilhängen. Loschwitz gehört zu den Villenvierteln der Stadt und ist einer der schönsten Stadtteile von Dresden. Seine geografische Lage macht ihn so einzigartige. Der Stadtteil weist Höhenunterschiede von bis zu 150 Metern auf. Die einzigartige Landschaft hat alles zu bieten, was das Herz begehrt. Mit seinen 350 Hektar gehört der Stadtteil flächenmäßig auch zu den größten von Dresden.

Loschwitz liegt eingebettet zwischen den Stadtteilen Weißer Hirsch, Radeberger Vorstadt, Bühlau, Wachwitz und Rochwitz. Außerdem wird Loschwitz von der Dresdner Heide begrenzt.

Dresden Loschwitz – vom Winzerort zum Villenviertel

Erstmalig erwähnt wurde Loschwitz um 1227 in einer Urkunde des Meißner Bischofs, in der er Luzcwiz dem Meißner Domkapitel übertrug. Zu dieser Zeit soll es auch an der Stelle der späteren Gaststätte „Burgberg“, die heute nicht mehr existiert, eine slawische Wallanlage gegeben haben. Heute ist davon nichts mehr zu sehen. Die heutige Schreibweise ist seit 1571 belegt. Bereits zu dieser Zeit entstanden die ersten Weinberge. Die Bewohner im Dorf verdienten ihren Lebensunterhalt aber vorrangig als Elbeschiffer und Fischer.

Im 18. Jahrhundert siedelten sich reiche Adlige hier an. Auch Künstler und die Dresdner Prominenz wurden von den Weinbergen angezogen. So besaßen der Oberlandbaumeister Wolf Kaspar von Klengel, der Kreuzkantor Heinrich Schütz und der Goldschmied Melchior Dinglinger hier eine Sommerresidenz. Auch die Familie Körner besaß einen Weinberg. Hier wohnte Friedrich Schiller zuweilen und schrieb an seinem „Don Carlos“. Es entstanden Sommerhäuser und viele Weingüter. Einige der alteingesessenen Winzer verkauften ihre Weinberge und verdingten sich als Lohnwinzer. Um 1805 kaufte der englische Earl James Ogilvy einige der Weinbergsgrundstücke an den Elbhängen, die auf den Grundstücken der heutigen Elbschlösser Schloss Eckberg, Lingnerschloss und Schloss Albrechtsberg lagen.

Geringe Erträge durch die jahrhundertelange Monokultur und die aus Amerika eingeschleppte Reblaus machte dem Weinbau um 1885 erst einmal ein Ende. Loschwitz wurde zum begehrten Bauland. Aus den Weingütern wurden Villen und Schlösser. Aber noch heute zeugen kleine Winzerhäuschen, Weinbergmauern und Bergterrassen vom Weinbau. Auf dem Veilchenweg 9 gibt es eine 5 m hohe Weinbergsäule, welche anzeigt, dass einst hier Wein angebaut wurde.

Die später hier ansässigen Sanatorien machten das Gebiet auch zu einem berühmten Kurort, der trotz des Widerstandes der Bevölkerung am 21. Januar 1921 nach Dresden eingemeindet wurde.

Auch Dresden Loschwitz blieb in den Bombennächten von Dresden im Februar 1945 nicht verschont. Viele Wohnhäuser fielen den Bomben zum Opfer. Nur den mutigen Bürgern von Loschwitz ist es zu verdanken, dass die Sprengung des Blauen Wunders in den letzten Kriegstagen verhindert wurde. In der Nachkriegszeit verfielen viele der wundervollen Gebäude. Auch zahlreiche Gaststätten mussten geschlossen werden. Dazu gehört auch der Burgberg, der im Jahre 1967 wegen Baufälligkeit abgerissen wurde.

Erst nach 1990 wurden einige der historischen Gebäude wieder saniert. Besonders um den Körnerplatz und im alten Dorfkern entstanden die Häuser im neuen Glanz. Und auch die Loschwitzer Kirche konnte dank privater Spender wieder aufgebaut werden. Übrigens sind diese Initiatoren auch die Gründer des traditionellen Elbhangfestes, das heute zu den größten Festen in Dresden gehört.

Sehenswürdigkeiten im Dresdner Stadtteil Loschwitz

Auch Loschwitz hat einige Sehenswürdigkeiten zu bieten, die es in sich haben. Gleich drei Museen sind hier zu finden. Aber auch einige Naturdenkmäler, Schlösser, edle Villen und Kirchen haben hier ihr zu Hause.

Wer durch Loschwitz fährt, kommt an diesem Haus einfach nicht vorbei. In der einstigen Hentschelmühle „Rothe Amsel“, einer Wassermühle im Stadtteil Dresden/Loschwitz, entstand das Leonhardi-Museum. Um 1879 wurde die Mühle durch die Familie Leonhardi vom Müller Hentschel gekauft. Zunächst nur als Wohnsitz genutzt, wurde die Mühle schnell zum Atelier und Ausstellungsort. Ursprünglich sollte hier ein Künstlerhaus entstehen, in dem Künstler kostenfrei wohnen konnten. Charles Palmié verzierte das Haus mit historischem Zierrat und Sprüchen. Auch Ludwig Richter hielt sich oft in den altehrwürdigen Gemäuern auf, um hier und in der Umgebung zu malen. Im Garten befindet sich übrigens ein Denkmal für Ludwig Richter. Noch heute können Dresdner Künstler hier ausstellen.

Nicht weit entfernt liegt das Künstlerhaus Dresden/Loschwitz. Es entstand 1898 und umfasst 12 Wohnungen sowie 16 Ateliers und Arbeitsräume, in denen Künstler wohnen und arbeiten können. Martin Pietzsch, Architekt aus Loschwitz, errichtete die Jugendstil-Villa in eigenwilliger Architektur. Der monumentale Bau wird vor allem durch die riesigen Atelierfenster und das flache Dach geprägt.

In der Schevenstraße 59 befindet sich das Sommerhaus des berühmten Goldschmiedes August des Starken, Melchior Dinglinger. Weithin ist die goldene Kuppel samt der Wetterfahne zu erkennen. Nur wenige Meter entfernt befindet sich an einer Stützmauer ein Gedenkstein, der für den Oberlandesbaumeister Wolf Casper von Klengel angebracht wurde.

Sehenswert ist aber auch so manche Villa und manches Sommerhaus im Stadtbezirk Loschwitz. Ein wahres Kleinod ist die Loschwitzer Kirche, die erst nach 1990 wieder aufgebaut wurde. Und das vor allem aus Spenden und Einnahmen von Benefizkonzerten. 1705 wurde der Grundstein für die Kirche gelegt, die aus einem schlichten barocken Zentralbau bestand. Am 03. August 1708, zum Namenstag August des Starken, erhielt die Loschwitzer Kirche ihre Weihe. Später wurde eine Orgel von Johann Christof Leibner, einem Schüler von Silbermann, eingebaut. Das Besondere an der Orgel: Es wurden Teile der alten Orgel der Frauenkirche verwendet. Gemeinsam mit anderen Gebäuden fiel auch die Loschwitzer Kirche dem Bombenangriff 1945 zum Opfer und brannte völlig aus.

Und auch die drei Dresdener Elbschlösser – das Lingnerschloss, Schloss Albrechtsberg und Schloss Eckberg – gehören zum Stadtteil Loschwitz. Die grandiosen Parkanlagen der Schlösser bieten gute Möglichkeiten zum Erholen.

Mit zwei Bahnen auf die Elbhänge

Loschwitz verfügt über eine – oder gleich zwei – Besonderheiten. Eine Standseilbahn und eine Bergschwebebahn befördern nicht nur Touristen auf die höher gelegenen Aussichtspunkte des Stadtteils.

Östlich vom Körnerplatz liegt die Talstation der Schwebebahn Loschwitz. Die 1898 erbaute Bahn ist die älteste ihrer Art auf der Welt. In nur circa fünf Minuten erreicht man die 84 Meter höher gelegene Aussichtsplattform der Loschwitzhöhe.

Zu den schönsten Standseilbahnen in Deutschland gehört die Loschwitzer, die schon durch ihre Lage einmalig ist. Sie führt vom Körnerplatz hinauf zum Stadtteil Weißer Hirsch, dem Nobelviertel von Dresden. 95 Höhenmeter werden dabei überwunden. Endstation ist die Gaststätte Luisenhof, die wegen ihres traumhaften Ausblickes auch „Balkon Dresdens“ genannt wird.

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