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Stadtteil Laubegast
Urkundliche Ersterwähnung: 1408 als Lubegast ("Ort des Lubogost"), Eingemeindung nach Dresden: 1921

www.laubegast-online.de

In den Dokumenten von 1408, die das von Fischern und Bauern bewohnte Zeilendorf Laubegast erstmals erwähnen, wird auch ein "Fach in der Elbe" (ein Pfahlwerk zum Fischfang) genannt. Dieses bestand vielleicht schon in slawischer Zeit.

Der Dürrhof befand sich im Besitz des Dresdner Bürgermeisters Lorenz Busmann. Bekannt ist, dass dieser im Jahr 1398 die hier erwirtschafteten Zinsen der Kreuzkapelle stiftete. Ab 1501 erscheint der Dürrhof als Vorwerk in den Urkunden. In jenem Jahr ist auch erstmals von einem Laubegaster Fährmann die Rede. Die Elbfähre wurde damals mit Rudern, Staken und Segeln bewegt.

Die Laubegaster Einwohner betätigten sich nicht nur als Landwirte und Fischer, sondern auch als Strohflechter und Schiffszieher.

Zwischen 1613 und 1765 war bei Laubegast eine kurfürstliche Schiffsmühle in Betrieb. Im Jahr 1621 wird sie als aus einem Hausschiff, der eigentlichen Mühle und einem Wellschiff bestehend beschrieben. Letzteres trug die Welle des unterschlächtigen Mühlrades. Der Mahlzwang bestand für die Orte Loschwitz, Striesen, Blasewitz, Tolkewitz, Dobritz, Seidnitz, Leuben und Niedersedlitz, d.h., die Einwohner dieser Dörfer durften nur in dieser Mühle mahlen lassen. Im Jahr 1765 wurde die Schiffsmühle stillgelegt und der Mahlzwang nach Plauen vergeben.

Vom alten Bauerndorf Laubegast blieben einige Höfe und Anwesen erhalten, von denen einige schöne Weinspaliere tragen. Das Haus Altlaubegast 16 besitzt ein verbrettertes Obergeschoss und an der Straßenseite ein Schleppdach. Das Gebäude Altlaubegast 5, das sich als verputzter Fachwerkbau mit Sandsteingewänden am Portal und der Jahreszahl 1795 im Schlussstein zeigt, war das Gut der "Zwirnwölfe". Die Familie Wolf kaufte bis 1926 in Laubegast, Tolkewitz, Leuben, Niedersedlitz, Zschachwitz und Sporbitz gesponnenes Garn auf. Dieses wurde auf den Elbwiesen unterhalb der Straße "Zur Bleiche" mit Elbwasser und Holzasche gebleicht.

Die Gaststätte Forsthaus (Leubener Straße 1), ein früheres Hegereiterhaus, diente ab 1836 als Schule, bis diese im Jahr 1863 in ein daneben stehendes neues Gebäude einzog. Die Schule Linzer Straße 1 stammt von 1883 (1896 und 1935 erweitert).

Das Fährgut (Fährstraße 30) zeigt sich mit einem vorspringenden Fachwerk-Obergeschoss, einer Oberlaube an der Hofseite und einem Krüppelwalmdach. Die Elbfähre wurde ab 1856 mit einem Gierseil aus Draht betrieben und im Jahr 1870 von der Kettenschifffahrtsgesellschaft in eine "Fliegende Fähre" umgebaut. Das Fährschiff bestand nun aus zwei durch Balken verbundenen Kähnen. Das von Bojen getragene starke Drahtseil war 50 m stromaufwärts verankert, sodass die Strömung die Fähre bei schräg gestellter Steuerung über den Strom drückte. Die "Schwerter", starke Bretter am Bug, dienten zur Beschleunigung der Überfahrt. Eine solche Pendelfähre mit zwei Schiffsgefäßen ist in einem von Werner Hoffmann zusammen mit Studenten der Hochschule für Bildende Künste im Jahr 1950 geschaffenen Sgraffito zu sehen, das sich auf der Hosterwitzer Seite unweit der Landestelle der heutigen Fähre am ehemaligen Gasthaus "Zur Schanze" befindet. Das 12 m lange und 8 m breite Fährschiff der Wagenfähre wurde nach 1945 wieder hergestellt.

Das Laubegaster Ufer ist nahe Altlaubegast streckenweise (Fischerzeile) mit einem Steindamm und starken Stützmauern geschützt. Ein Pegel an dem an der Ecke Klausenburger Straße stehenden Häuschen zeigt alte Hochwassermarken. Die weiter stromauf gelegene Villa eines früheren Fabrikanten besitzt - vor allem in der Erdgeschoss-Halle, im Treppenhaus und in den stuckierten, ausgemalten Wohnräumen - eine wertvolle Innenausstattung.

Ab 1893 nahm das damals noch weit vor der Stadt gelegene Dorf Laubegast Gärtnereien auf, die vom rasanten Stadtwachstum aus Striesen vertrieben worden waren. Zu dieser Zeit entstanden in Laubegast 16 große Gartenbaubetriebe. Im Süden der Flur setzte sich der Gartenbau auch in der Zeit der DDR in genossenschaftlichen und privaten Gärtnereien mit Glashäusern und Freilandanlagen fort - u.a. durch den VEG Saatzucht-Zierpflanzen Erfurt.

Im Jahr 1899 wechselte eine im Jahr 1855 in Blasewitz gegründete Schiffswerft nach Laubegast, wo es bereits eine längere Schiffsbautradition gab. So ist aus dem Jahr 1764 der Laubegaster Schiffsbaumeister Johann George Weckschmidt bekannt. Noch in Zeit der DDR wurden in Laubegast Flussfahrzeuge aller Art, die man unter Einsatz von Schienenschlitten ("Slip"), Winden und Stapelklötzern an Land brachte, repariert.

Die Bedeutung der Landwirtschaft nahm gegen Ende des 19. Jahrhunderts immer mehr ab. Um 1900 war Laubegast vor allem ein Garten-, Villen- und Ausflugsort. Ab 1925 breiteten sich dann auch Arbeiterwohnsiedlungen aus. Mehrere Baugenossenschaften schufen westlich der Österreicher Straße geschlossene Häuserfronten. Der von einer kreisförmigen Anlage dreigeschossiger Reihenhäuser umgebene Kirchplatz entwickelte sich zum Ortszentrum. Hier ist ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges - ein von 8 Pfeilern getragener Ring - zu sehen. Die Straßenbahnlinie zur Innenstadt besteht seit 1893.

Schauspielerin Friederike Caroline Neuber (1697-1760)
Gedenktafel am Standort des einstigen Gutes des Bauern Möhle, Inschrift: "In diesem Hause starb Caroline Neuberin den 30. November 1760." (Grabstätte auf dem Leubener Friedhof)
Ihren Lebensabend verbrachte die große Reformerin des deutschen Theaters hier krank und verarmt, denn das höfische Dresden, das die pompöse italienische Oper bevorzugte, zeigte an ihrer fortschrittlichen Schauspielkunst wenig Interesse.

Denkmal am Ausgang der Fährstraße: Medaillon (Johann Friedrich Feige, nach einem Entwurf von Friedrich August Krubsacius) mit dem Bildnis der Künstlerin und der Inschrift: "Caroline Neuber, die Mutter des deutschen Schauspiels, geboren 9. Maerz 1697, gestorben 30. November 1760. Zur Ehrung einer Frau voll männlichen Geistes, der berühmtesten Schauspielerin ihrer Zeit, der Urheberin des guten Geschmacks auf der deutschen Bühne wurde dieser Denkstein errichtet von ihren Freunden und Verehrern im Jahre 1776."; heute befindet sich hier eine Nachbildung des Medaillons (1952, Prof. Rudolf Born; Original 1944 für Kriegszwecke eingeschmolzen)


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