Johannstadt – das Stadtviertel König Johann von Sachsen


Östlich der Altstadt liegt Johannstadt, eine Dresdner Vorstadt. Ihren Namen erhielt sie von König Johann von Saschsen, der von 1801 bis 1873 lebte. Johannstadt ist liegt zwischen den Stadtteilen Innere Neustadt im Nordwesten, Radeberger Vorstadt im Norden, Blasewitz im Osten, Striesen im Südosten, Seevorstadt-Ost/Großer Garten im Süden und der Pirnaischen Vorstadt im Westen.

Die Geschichte von Dresden-Johannstadt

Johannstadt soll bereits in der Steinzeit Siedler gehabt haben. Erstmalig urkundlich erwähnt wurde eine slawische Siedlung. Das Dorf Ranvoltitz wurde um 1310 in einer Urkunde des Marktgrafen Friedrich von Dresden erwähnt. In der später befestigten Stadt bestand seit 1530 am Ausgang das Rampische Tor, ein Stadttor der Dresdner Befestigungsanlage. Die Bewohner hier waren vor allem Fischer und Bauern. Ein kleiner Teil der Menschen lebte vom Lehmabbau, der hier im Gebiet eines ehemaligen Elbarms erfolgte. Wo heute der Sachsenplatz ist, befand sich einst eine Ziegelei. Um 1735 wurde in Johannstadt ein Galgen eingeweiht.

Friedrich August I. lies um 1823 einen 4,3 Meter breiten Rundweg, einen Vorgänger des 26er Rings, zwischen den Akziseings anlegen. Nach dem Bau wurde das Gebiet zwischen Ring und Stadtzentrum als Pirnaische Vorstadt und außerhalb des Rings als Äußere Pirnaische Vorstadt bezeichnet. Aus ihr entstand die spätere Johannstadt. Ab 1813 wurde die Pirnaische Vorstadt mehr und mehr bebaut. In Johannstadt hingegen bestand eine Baubeschränkung, die erst später aufgehoben wurde. Zwischen 1891 und 1893 wurde hier die Trinitatiskirche errichtet.

Der Luftangriff auf Dresden hinter lies in Johannstadt die größten Trümmerfelder. Viele der wundervollen Jugendstilhäuser wurden zerstört. Lediglich 4000 Menschen lebten nach dem Krieg in diesem Stadtteil. Nach 1950 begann der Wiederaufbau. In den 70er Jahren wurden hier zahlreiche Plattenbauten errichtet.

Besonderheiten in Dresden-Johannstadt

Johannstadt hatte eine Besonderheit. Am 10.August 1925 eröffnete am Elbausschiffungsplatz ein Wasserflugplatz. Eigentümer war die Junkers Luftverkehrs A.G. Deutschland. Damit wurde die erste Wasserfluglinie eröffnet. Bis zum Winter des Jahres bestand eine Flugverbindung von Dresden nach der damals noch selbstständigen Stadt Altona. Sie Strecke führte entlang der Elbe über Magdeburg. Außer Samstag wurde die Strecke täglich einmal hin- und zurückgeflogen. In vier Stunden mit 20 minütigen Aufenthalt in Magdeburg brachten die Flugzeuge die Strecke hinter sich. Doch schon 1926 wurde die Saison nicht erneuert. Der Flughafen Kaditz übernahm die Route.

Johannstadt kann auch auf dem Gebiet der Gesundheitseinrichtungen einige Besonderheiten aufweisen. Dazu gehören das St-Joseph-Stift und das Universitätsklinikum.

Seit 2012 verbindet die umstrittene Waldschlößchenbrücke Johannstadt mit der gegenüberliegenden Neustadt.

Sehenswürdigkeiten in Johannstadt

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehört in Johannstadt die Trinitatiskirche. Sie ist heute nur noch als Ruine erhalten. Erbaut wurde die Kirche vom Architekten Karl Barth. 1891 war Baubeginn und bereits zwei Jahre später waren die Bauarbeiten abgeschlossen. Im Ersten Weltkrieg befand sich in der Kirche die Geschäftsstelle der Dresdener Kriegsbezirke. Die vier Glocken wurden als Metallspende abgegeben und eingeschmolzen. Erst nach dem Krieg wurden drei neue Glocken gefertigt. Das Kirchenschiff brannte bei der Bombardierung Dresdens im Februar 1945 völlig aus. Ebenso wurden das Gemeindehaus, die Umfassungsmauer, der Dachstuhl und die Innenausstattung schwer beschädigt. Lediglich der Turm trug nur wenige Schäden davon. Bereits 1945 wurde die Trinitatiskirche enttrümmert. Ein Aufbau erfolgte bis heute nicht. Die Mauern und der Turm wurden lediglich gesichert. Ab und zu finden heute im Kirchenschiff Veranstaltungen und Gottesdienste unter freiem Himmel statt.

Trinitatiskirche und Trinitatisfriedhof

Zu den schönsten Friedhöfen der Stadt gehört der eigentlich als Seuchenfriedhof angelegte Trinitatisfriedhof in Johannstadt. Dank seiner künstlerischen Gestaltung gehört er zu den kulturhistorisch bedeutendsten Friedhöfen von Dresden. Die Genehmigung zum Anlegen des Friedhofes erteilte das Oberkonsistoriumam 29.April 1814. Grund dafür waren die vielen Toten dieser Zeit, die durch Verhungern und Typhus umkamen.

Trinitatiskirche

Gottlob Friedrich Thormeyer wurde die Gestaltung des Trinitatisfriedhofs übertragen. Als erster Friedhof wurde er nicht als kultbezogene Begräbnisstätte angelegt, sondern nach hygienischen und zweckmäßigen Kriterien. Der Trinitatisfriedhof hat zahlreiche bedeutende Gräber mit einzigartigen Grabsteinen. Rietschel, Löffler und Semper sind nur einige der Künstler, die hier Grabstätten entwarfen, die heute noch zu sehen sind. Zu den berühmten Persönlichkeiten, die hier begraben liegen, gehören Caspar David Friedrich, Otto Ludwig und Carl Schlütter.

Eines der wenigen erhaltenen Häuser aus vergangener Zeit ist der Artushof in Johannstadt. Heute beherbergt das Haus ein Hotel und eine Gaststätte. Errichtet wurde es 1899 von Franz Oskar Hartmann. Der gelb-rote Backsteinbau erhielt Elemente des Jugendstils.

Johannstadt hat aber noch zahlreiche andere Sehenswürdigkeiten, die es zu erkunden gilt.

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