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Dresdner Elbschlösser
Auf dem Elbhang im Osten der Radeberger Vorstadt stehen die drei schönen, im Stilgemisch des Historismus gebauten Elbschlösser Schloss Albrechtsberg, Lingnerschloss (ehem. Villa Stockhausen) und Schloss Eckberg (ehem. Villa Souchay). Alle drei sind von ausgedehnten Parkanlagen umgeben. Vom jenseitigen (linken) Elbufer bieten diese Schloss- und Parkanlagen einen prächtigen Anblick.
Schloss Albrechtsberg
Bauzeit, Architekt: 1850-1854, Adolf Lohse (preußischer Landbaumeister, Schüler von Karl Friedrich Schinkel)
Merkmale: spätklassizistischer Sandsteinbau mit Mittelrisalit und zwei Ecktürmen ähnlich einer italienischen Renaissance-Villa (entspricht dem von Karl Friedrich Schinkel nach dem Muster römischer Villen des 16. Jahrhunderts entworfenen Typus der Belvedere-Villa), 100 Zimmer, schönste Räume: Kronensaal (Ort regelmäßiger Kammerkonzerte) und "Türkisches Bad" ("Maurisch-orientalisches Bad", Entwurf: Karl Diebitsch)
Außenanlage: bis zum Elbufer reichende Terrassenanlage (ähnlich der der Villa d'Este in Tivoli gestaltet), "Römisches Bad" (Entwurf: Karl Diebitsch)
Aus der Geschichte: um 1800: Lord Jacob Findlater (Pair von Schottland) kaufte das Weinberg-Grundstück für den Bau eines Landhauses, 1850: Grundstück von Baronin Ernestine von Stockhausen (Gattin des Kammerherrn von Prinz Albrecht von Preußen) für Prinz Albrecht von Preußen gekauft (der Prinz, Bruder des späteren Kaisers Wilhelm I., hatte nach seiner Heirat mit einer Bürgerlichen Berlin verlassen müssen und war nach Dresden übergesiedelt), 1925: Kauf der Schlossanlage durch die Stadt Dresden, ab 1930: Park öffentlich zugänglich, ab 1951: Kinder-Freizeitzentrum, "Pionierpalast" genannt ("Junge Pioniere" hieß die Kinderorganisation der DDR), Einrichtung von Sportanlagen, einer Spielwiese und eines naturwissenschaftlichen Lehrpfades im Park, 1987: Beginn der Restaurierung der Inneneinrichtung einiger Schlossräume, heute: Kongress- und Veranstaltungsstätte, Restaurant, Einrichtung der Jugendkunstschule Dresden
www.schloss-albrechtsberg.de
www.hoga-schloss-albrechtsberg.de |
 Bilder: Lingnerschloss und Lingner-Mausoleum
Lingnerschloss (ehem. Villa Stockhausen)
Bauzeit: 1850-1852
Architekt: Adolf Lohse (preußischer Landbaumeister)
Merkmale: Stilmischung aus Klassizismus und Neorenaissance, mit Ecktürmen am Eingang und einer Säulenhalle an der Elbseite, denkmalgeschützt, Mausoleum (kleiner ovaler Bau mit Lingners Grab, Reliefs von Georg Kolbe) am Fuße des zum Grundstück gehörenden Berghanges
Aus der Geschichte: 1850: Bau der Villa Stockhausen für Baron von Stockhausen (Kammerherr des nebenan im Schloss Albrechtsberg wohnenden preußischen Prinzen Albrecht), 1891: Kauf durch den Nähmaschinenfabrikanten Bruno Naumann, 1906: Wechsel in den Besitz des Unternehmers Karl August Lingner (er nannte die Villa sein "Schloss", später sprach man vom Lingnerschloss), 1908: Bau einer Standseilbahn hoch zum Schloss (1933 abgebrochen), 1916 (nach Lingners Tod): Wechsel von Gebäude und Grundstück als Volkserholungsstätte in den Besitz der Stadt Dresden (entsprechend Lingners Testament), Grundstück seitdem öffentlich zugänglich, Zeit der DDR: Nutzung durch den Dresdner Klub des Kulturbundes für Veranstaltungen, heute: Ort wissenschaftlicher und kultureller Veranstaltungen und Tagungen
www.lingnerschloss.de www.lingnerterrassen.de |
Karl August Lingner (1861-1915)
1885: Übersiedlung nach Dresden, ab 1888: erster kleiner Betrieb in der Wölfnitzstraße (Produktion solcher Dinge wie tintenresistenter Stahllineale, Rückenkratzer, Stiefelzieher und Federreiniger), 1892: Inbetriebnahme des "Chemischen Laboratoriums", Erfindung des Odol-Mundwassers (eines der ältesten Markenprodukte Deutschlands, "Odol": Zusammensetzung aus dem griechischen Wort "Odous" = Zahn und dem lateinischen Wort "Oleum" = Öl, Rezeptur: Wasser, Alkohol, Pfefferminzöle, Nelken-, Anis- und Krauseminzöle = antibakterielle Wirkstoffe) zusammen mit dem Radebeuler Chemiker Bruno Richard Seifert, geschickte Vermarktung, machte Lingner wohlhabend und berühmt (wurde zum zweitreichsten Mann Dresdens nach dem König), machte ab 1893 die Mund- und Zahnpflege in Deutschland populär, Lingner gründete mehrere soziale Einrichtungen in Dresden (u.a. eine Kinderklinik, ein Säuglingsheim, eine Schulzahnklinik und die Volkslesehalle an der Waisenhausstraße), organisierte die sehr erfolgreiche I. Internationale Hygieneausstellung (1911 in Dresden), diese gab den Anstoß für den Bau des Deutschen Hygiene-Museums |
Schloss Eckberg (ehem. Villa Souchay)
Bauzeit, Architekt: 1859-1861, Christian Friedrich Arnold (Schüler Gottfried Sempers, einziger "Neugotiker" in Dresden, entwarf u.a. auch die Türme der Sophienkirche und die Kreuzschule)
Merkmale: Sandsteinbau, neogotischer Burgenstil (nach dem Vorbild der altenglischen Tudor-Gotik des 16. Jahrhunderts)
Aus der Geschichte: für Großkaufmann John Daniel Souchay gebaut, wegen des Standortes am Ende des Elbhanges später Schloss Eckberg genannt, Zeit der DDR: Nutzung als Jugendtouristikhotel, ab 1987: originalgetreue Rekonstruktion der Innenausstattung, heute: Luxushotel (einschließlich des nebenan stehenden Kavalierhauses)
www.schloss-eckberg.de |
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