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Dreikönigskirche, Relief "Dresdner Totentanz"
Dreikönigskirche (Modell)

Lage: Innere Neustadt, zwischen Hauptstraße und Königstraße
Bauzeit, Architekten: 1732-1739, Ratsbaumeister Johann Georg Schmid und Ratsmaurermeister Johann Gottfried Fehre, Entwürfe: Matthäus Daniel Pöppelmann (Architekt des Dresdner Zwingers) und George Bähr (Architekt der Frauenkirche)
Merkmale: Stil des Spätbarock, neobarocker Turm (ca. 88 m hoch, erst 1854-1858 errichtet), Altar an der Westseite (ähnlich wie bei der Katholischen Hofkirche aus städtebaulichen Gründen nicht wie üblich an der Ostseite)
Nutzung: kirchliches Mehrzweckgebäude, 1990-1993 auch vom Sächsischen Landtag genutzt (bis zur Fertigstellung des neuen Landtagsgebäudes)


Aus der Geschichte: um 1404: Bau der ersten Pfarrkirche der rechtselbischen Siedlung Altendresden (Stadtrecht ab 1403) inmitten eines Kirchhofes, 1421: urkundlich ersterwähnt, war ein gotischer Bau mit flachgedecktem Langhaus und einem Turm in der Nordwestecke, Chor und Langhaus mit spitzem Dachreiter, 1429: Zerstörung durch die Hussiten, bald darauf wieder aufgebaut, 1500-1506: Umbau unter der Leitung von Conrad Pflüger, 1685: Zerstörung beim Großen Altendresdner Stadtbrand, 1688: Neubau, 1731/32: Abbruch auf Weisung von Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen (August dem Starken), um beim Aufbau der Neuen Königsstadt Platz für eine barocke Prachtstraße (die Hauptstraße) zu schaffen, 1739: Fertigstellung der neuen Dreikönigskirche (etwa 200 m nördlich vom alten Standort, auf dem Gelände des ehemaligen Altendresdner Friedhofes, dieser war an die Friedensstraße verlegt worden), Februar 1945: Brandzerstörung bei den Bombenangriffen (nur die Umfassungsmauern und der Turm blieben stehen), 1984-1994: Wiederaufbau als kirchliches Mehrzweckgebäude (in der äußerlichen Gestalt wie vor 1945, im Inneren mit einer anderen Raumaufteilung, Mansardendach nach den ursprünglichen Plänen von George Bähr rekonstruiert)


Westseite der Dreikönigskirche
Bild: Westseite der Dreikönigskirche an der Königstraße (das Portal der Westseite stammt noch von dem bis 1732 bestehenden Vorgängerbau)

Brunnen vor der Dreikönigskirche




Bild: Marktbrunnen (1858) vor der Westseite der Dreikönigskirche

Portal der Dreikönigskirche an der Hauptstraße


Bild: Portal der Dreikönigskirche an der Hauptstraße (Ostseite der Kirche)

Altar der Dreikönigskirche
Bild: wertvoller Barockaltar (1741, Benjamin Thomae) der Dreikönigskirche, in seiner geborstenen Form (infolge des Brandes nach den Bombenangriffen im Februar 1945) zugleich ein Mahnmal gegen den Krieg


Ausschnitt aus dem zweiten und dritten Reigen des Reliefs Dresdner Totentanz
Relief "Dresdner Totentanz"
Lage: Altarraum der Dreikönigskirche, unter der Orgelempore
Entstehungszeit: 1534-1536
Bildhauer: Christoph Walther I
Merkmale: an die Vergänglichkeit des Seins gemahnendes Renaissance-Kunstwerk, Relief mit 27 Figuren in vier Gruppen (Reigen), 12,5 m lang, 1,20 m hoch, einst farbig ausgemalt, 1. Reigen: Tod mit Schlangen gefolgt von Vertretern des geistlichen Standes (Papst, Kardinal, Bischof, Abt, Domherr, Priester, Mönch), 2. Reigen: Tod mit Trommel gefolgt von Vertretern des weltlichen Standes (wahrscheinlich Kaiser Karl V., König Ferdinand I., Herzog Georg der Bärtige sowie Kanzler und Ritter), 3. Reigen: Hauptmann, Gelehrter, Ratsherr, Steinmetz, Stadtknecht, Bauer und Bettler, 4. Reigen: Äbtissin, Bürgersfrau, Bäuerin, Wucherer und ein von einem Knaben geführter blinder Bettler, am Ende der Tod mit Sense, Sinnspruch: "Der Kaiser folget mir samt allen Potentaten. Kein König thuth mir's nach an Ruhme und an Thaten. Der Fürst und Grafe stirbt, es stirbt der Rittersmann. Weil niemand, wer er sei, sich mein erwehren kann!"
Aus der Geschichte: ursprünglich an der elbseitigen Renaissance-Fassade des Georgentores angebracht, um 1705 (nach dem großen Schlossbrand von 1701, der auch das Georgentor beschädigte) von August dem Starken an die Gemeinde der Dreikönigskirche verschenkt, zunächst auf dem alten Dreikönigskirchhof ausgestellt, dann ab 1733 auf dem Inneren Neustädter Friedhof (der Dreikönigskirchhof war um 1732 hierher in die Leipziger Vorstadt verlegt worden), seit 1990 in der Dreikönigskirche

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