Die Semperoper – ein Opernhaus mit Tradition

Ohne Frage ist die Semperoper eines der schönsten Opernhäuser der Welt. Und das, obwohl es keineswegs zu den größten Häusern gehört. In Dresden ist die Semperoper das Haus der Sächsischen Staatsoper. Das Haus befindet sich am Dresdner Theaterplatz in der historischen Altstadt. In unmittelbarer Nähe liegen der Zwinger und das Italienische Dörfchen. Für Dresden ist die Semperoper zum Symbol für die Stadt geworden. Weltweit ist das Opernhaus ein Inbegriff für unvergleichliche Opernkunst.

Semperoper

Von Wagner bis Strauss

Der pompöse Arkadenbau ist ein architektonisches Meisterwerk und eine berühmte Spielstätte. Hier können Besucher festliche Aufführungen erleben. Besonders die Sparten Oper, Symphonie und Ballett werden betreut. Ein Highlight ist der jährlich stattfindende Semperopernball, bei dem viele namhafte Besucher aus Politik, Kunst und Leben anwesend sind und der schon lange nicht mehr nur in der Semperoper, sondern auch auf dem Theaterplatz stattfindet. 2013 gab es 770 Veranstaltungen in der Oper, die von etwa 308.000 Besuchern aufgesucht wurden. Übrigens engagiert sich das Haus auch für die „Junge Szene“ und fördert Nachwuchskünstler.

Wer keine Eintrittskarte für eine der zahlreichen Veranstaltungen ergattert, kann auch bei einer Führung durch die Semperoper mitmachen. Das prächtig ausgestattete Haus ist einen Rundgang wert.

Die Geschichte der Semperoper

1838 begann der Baumeister Semper ein königliches Hoftheater zu errichten. Das Theater lag nah beim Schloss und war eines der schönsten Theater in Europa. Bei einem Brand am 21. September 1869 wurde es komplett zerstört. Bereits vier Wochen später wurden die Bauarbeiten für ein Interimstheater begonnen. Lediglich sechs Wochen Bauzeit wurden benötigt. Die im Volksmund als „Bretterbude“ bezeichnete Spielstätte bot 1800 Besuchern Platz.

1871 startete der Bau des Zweiten Königlichen Hoftheaters. Semper konnte die Bauarbeiten nur aus der Ferne leiten, denn wegen seiner Rolle bei den Maiaufständen 1849 durfte er Sachsen nicht betreten. Gottfried Semper entwarf das Haus auf Bitten der Dresdner. Sein ältester Sohn Manfred Semper übernahm die Bauleitung. 1878 erstrahlte das Haus im neuen Glanz. Besonders die prachtvolle Innenausstattung war sehenswert.

In der Nacht des 13. Februar 1945 wurden große Teile der Semperoper beim Luftangriff zerstört. Die Rückwand des Bühnenhauses stürzte ein, der Bühnenbereich und Zuschauerbereich wurde vom Feuer zerstört. Lediglich die Wandelgänge blieben verschont. Erst im Jahr 1948 wird die Spielsaison im „Großen Haus der Staatstheater Dresden“ wieder eröffnet. Zur Wiedereröffnung wurde „Fidelio“ von Beethoven gespielt. Bis 1984 war das Staatstheater Spielstätte für Oper und Ballett.

Die Sicherungen an der eigentlichen Semperoper begannen 1946 und wurden bis 1955 fortgeführt. Von 1968 bis 1976 folgten konzeptionelle Studien, die Grundlage eines Wiederaufbaus der Semperoper werden sollten. Die Grundsteinlegung für den Wiederaufbau der Semperoper erfolgte am 24. Juni 1977. Die Leitung übernahm der Architekt Wolfgang Hänisch. Der Wiederaufbau sollte originalgetreu erfolgen.

Am 13. Februar 1985 eröffnete die Semperoper genau 40 Jahre nach ihrer Zerstörung. Zur Eröffnungsvorstellung wurde „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber gegeben. Noch heute ist die Semperoper, die den Namen ihres Architekten trägt, eines der schönsten Opernhäuser der Welt.

Die Architektur der Semperoper

Schon äußerlich ist die Semperoper ein wahres Highlight. Am Eingang empfangen Schiller und Goethe den Besucher. Die Figuren der deutschen Dichter wurden von Ernst Rietschel entworfen. Über dem Eingang befindet sich eine halbrunde Exeda. Gekrönt wird der Eingang von der Quadriga mit Panthern, welche von der griechischen Königstochter Ariadne und dem griechischen Gott des Weines, Dionysos, gelenkt werden. Das Eingangsportal ist schon eine Besonderheit und sucht seinesgleichen.

Auf den Gesimsen befinden sich 16 Figuren, zu denen auch Don Juan, Faust, Mephisto, Macbeth und Titania gehören. Der Schlussstein vieler Fensterbögen ist mit aufwendig gearbeitet Masken versehen und Girlanden schmücken die Simse über den Fenstern. An den Vestibülen sind Figuren von Shakespeare, Moliere, Sophokles und Euripides zu finden. Diese Figuren stammen noch vom ersten Hoftheater, das 1869 niedergebrannt ist. Außerdem schmücken zahlreiche griechische Gottheiten und Helden den Bau. Das Dach des Opernhauses zieren Lyra und Greife.

Ein Blick in die Semperoper

Zu den Highlights der Innenarchitektur gehören die großen Treppenhallen, die in Stil italienischer Renaissance gestaltet wurden. Beeindruckend sind die riesigen Säulenpaare im Marmordesign. Hier können Besucher höchste Handwerkskunst bestaunen.

Beeindruckend ist das riesige Rundfoyer. Es gehört zu den prächtigsten Räumen der Semperoper. Prachtvolle Dekorationen, einzigartige Malereien, pompöse Kronenleuchter, aufwendig gearbeitete Skulpturen und glanzvolle Säulen und Wandbekleidungen bestimmen das Innenleben der Semperoper.

Der riesige Zuschauerraum verfügt über eine optimale Akustik. Für bequeme Sitzgelegenheiten wurden die Stühle von 1712 auf 1323 reduziert. Auch der fünfte Rang wurde beim Wiederaufbau eingespart und dadurch die Sichtverhältnisse verbessert.

Ein Besuch der Semperoper lohnt sich immer. Es muss nicht unbedingt zu einer Veranstaltung sein, auch die professionell geführten Führungen sind ein Erlebnis.

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