Die Frauenkirche Dresden

Die pompöse Kuppel der Frauenkirche prägt das Stadtbild und gilt als Wahrzeichen Dresdens. Die Kirche ist ein besonderes interessantes Gebäude im Hinblick auf Architektur und Geschichte.

Architektonisches Meisterwerk

Die Frauenkirche ist eine evangelisch-lutherische Kirche aus Sandstein im Stil des Barocks. Das äußere Erscheinungsbild sowie die Innenraumgestaltung mit der Anordnung von Kanzel, Altar, Taufstein und Orgel macht die Frauenkirche Dresden zu einem außergewöhnlichem Exempel barocker Sakral-Baukunst.

Dresdner Frauenkirche

Dresdner Frauenkirche

Der untere Teil der Kirche besteht aus einer achteckige Form, einem sogenannten oktogonalen Grundriss. Vier Ecktürme ragen an den Seiten majestätisch nach Oben und schließlich krönt die runde Kuppel mit steinerner Laterne das Bauwerk.

Die Kuppel ist in vielerlei Hinsicht besonders: Mit einem Gewicht von über 12.000 Tonnen, einer Höhe von 24 Metern und einem Durchmesser von 26 Metern gilt sie als die größte steinerne Kuppel nördlich der Alpen. Die Form der Kuppel erscheint durch den geschwungenen Anlauf wie eine Glocke, was der Frauenkirche ihren Beinamen „steinerne Glocke“ verlieh. In der hellen Fassade verstecken sich Hier und Da ein paar dunkle Steine, was auf die Geschichte der Kirche zurückzuführen ist. Alte und Neue Steine wurden beim Wiederaufbau zusammengefügt um an die Vergangenheit des Bauwerks zu Erinnern.

Ein Blick zurück- die tausendjährige Geschichte der Frauenkirche

Im 11. Jahrhundert wurde die Frauenkirche Dresden das erste Mal als Missionskirche erwähnt. Im 12. Jahrhundert begannen die ersten Bauten als dreischiffige Basilika und die Frauenkirche wurde zur Pfarrkirche Dresdens ernannt. In den folgenden Jahrhunderten wurde die Kirche mehrmals umgebaut und im gotischen und spätgotischen Stil vergrößert bis im Jahre 1722 der Architekt George Bähr den Auftrag für einen vollständigen Neubau bekam. Die beeindruckende und außergewöhnliche steinerne Kuppel der Frauenkirche geht auf die Idee und Planung George Bährs zurück. Vor fast 300 Jahren hat er mit Kühnheit und Wagnis um die Erbauung dieses einzigartigen Bauwerks gekämpft! Zunächst hatte ihm niemand geglaubt, dass ein solch gigantischer Steinbau aufrecht stehen kann ohne einzustürzen. Aber George Bähr setze die Idee für sein Lebenswerk durch. Nach langjähriger Planungsphase und verschiedenen Entwurfsvorlagen entschied man sich für die große Kuppel auf quadratischem Grundriss. So wurde der Grundstein der neuen Frauenkirche im Jahr 1726 gelegt. Aufgrund finanzieller Engpässe wurde die Steinkuppel allerdings erst 12 Jahre später fertiggestellt. Das beeindruckende Werk Bährs war damit vollendet. Doch leider sollte dieses Kunstwerk nicht auf Ewig bestehen bleiben.

Die Zerstörung der Frauenkirche im zweiten Weltkrieg

Am 13. und 14. Februar 1945 wurde Dresden von der britischen Royal Air Force (RAF) und der amerikanischen United States Army Air Forces (USAAF) mit Luftangriffen bombardiert. Die Frauenkirche wurde dabei vollständig ausgebrannt und stürzte nach nur wenigen Stunden komplett in sich zusammen. Der Innenraum der Kirche war mit viel Holz ausgestattet, was dem Feuer Futter gab. Zudem hält Sandstein generell nicht so gut Hitze aus, was zu Rissen in der Fassade führte bis die Pfeiler des gigantischen Gebäudes, die zwölftausend-Tonnenlast der Kuppel, nicht mehr stand hielten.

Jahrzehntelanges Mahnmal

Zur Erinnerung an die schrecklichen Ereignisse des Krieges blieben die Ruinen der zerstörten Frauenkirche im Zentrum Dresdens über vier Jahrzehnte erhalten. Es ist dem Institut für Denkmalpflege Dresden und dem Sächsischen Landeskonservators Prof. Hans Nadler zu verdanken, dass der Trümmerhaufen nicht von Stadtplanern abgetragen, sondern wenigstens ein Teil des Originals erhalten wurde. Die Ruine wurde mit Rosen bepflanzt und wurde zum Mahnmal gegen Krieg und Zerstörung. In den 60er Jahren wurden die Überreste der Frauenkirche offiziell als Mahnmal anerkannt und die Stadt Dresden ließ eine Gedenktafel anbringen. Anfang der 80er Jahre wurde die Ruine zum Symbol der Friedensbewegung in Ostdeutschland, nachdem sich dort am 13. Februar junge Menschen mit Kerzen zum friedlichen und gewaltfreiem Protest versammelten. Bis heute versammeln sich am 13. Februar, dem Jahrestag der Luftangriffe auf Dresden, Menschen an der Frauenkirche um an die tragische Zeit des Krieges zu erinnern und zum Frieden aufzurufen.

Wiederaufbau der Kirche

Die Idee eines Wiederaufbaus gab es schon bald nach der Zerstörung, allerdings ließen die politischen Verhältnisse der damaligen DDR es zunächst nicht zu.

Frauenkirche Dresden

Im Jahr der Wende 1989 setzten sich dann namhafte Persönlichkeiten für einen Wiederaufbau der Frauenkirche ein indem sie einen Spendenaufruf starteten. Viele Bürger Dresdens ergriffen die Initiative und gründeten die Bürgerbewegung „Bürgerinitiative für den Aufbau der Frauenkirche“ um den Wunsch des Wiederaufbaus in die Öffentlichkeit zu tragen. Pfarrer Karl-Ludwig Hoch schrieb dann den sogenannten „Ruf aus Dresden“, der am 12. Februar 1990 in die Welt ging. Daraufhin entstanden Weltweit Fördervereine, die Spenden für den Wiederaufbau sammelten.

Im Februar 1992 stimmte die Stadt Dresden einem Wiederaufbau zu. Unter Verwendung möglichst vieler originaler Bauteile und den Bauplänen von George Bähr wurde die Kirche mühsam wieder aufgebaut. Einschließlich der Ruinenteile besteht die Frauenkirche heute zu ca. 45% aus historischem Steinmaterial. 13 Jahre später, am 30. Oktober 2005 wurde die Frauenkirche Dresden dann endlich feierlich wiedereröffnet.

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