Dresden und Sachsen
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Stadtteile Coschütz und Gittersee
Aus der Geschichte von Coschütz
1284: urkundliche Ersterwähnung als Coswicz (altsorbisch: Leute des Kos), sackgassenartig erweiterter Rundweiler, um 1315: Vorwerk und einige Bauernwirtschaften im Besitz des Maternihospitals (Collmberg wegen der Spitalfelder in seinem Umfeld damals auch Spittelberg genannt), Coschützer Flur mit ca. 297 ha vergleichsweise groß, hier auch Grundbesitz mehrerer Adelsfamilien, Weinberge (Frankenberg, Lachenberg, Müllers Berg, Steffens Berg), 1580: Wechsel in den Besitz von Kurfürst August von Sachsen (reg. 1553-1586),
ab 1738: kartographische Erfassung der Coschützer Steinkohlevorkommen (stellenweise befinden sich Steinkohleflöze unter der Lößlehmdecke - das Freitaler Becken reicht bis in das südwestliche Stadtgebiet Dresdens hinein), um 1780: Inbetriebnahme zweier Kohleschächte und 1836 eines weiteren Bergwerkes, 1792: Inbetriebnahme des Eisenhammers im Plauenschen Grund, dafür entstand im Südwesten der Coschützer Flur die Arbeitersiedlung Neucoschütz (ab 1896 zu Freital-Potschappel gehörend), nach dem Zweiten Weltkrieg zeitweiser Kohleabbau auch am Collmberg, 4 Syenodiorit-Steinbrüche auf der Coschützer Flur (drei an der Heidenschanze und einer am Collmberg),
1921: Eingemeindung nach Dresden, 1924-1928: Bau der Reihenhaussiedlung am Achtbeeteweg durch den Deutschen Siedlerbund, Salbeipflanzung des Bombastuswerkes am Collmberg (ca. 25 ha, leistete vor dem Zweiten Weltkrieg bis zu 90% der deutschen Salbeiproduktion, wird auch heute fortgeführt), 1937-1947: Bau des Coschützer Wasserwerkes und nahebei einer Wasserwerkssiedlung (überwiegend Zweifamilienwohnhäuser), Zuleitung des Wassers aus der Talsperre Klingenberg (bis Coßmannsdorf in Stollen, dann durch eine Rohrleitung, einst auch Gefällenutzung mit Wasserkraftwerken in Klingenberg, Dorfhain und Tharandt), das Gebirgswasser (in Coschütz gereinigt, entsäuert und aufgehärtet) deckt etwa die Hälfte des täglichen Trinkwasserbedarfs Dresdens, die hohe Lage des Wasserwerkes sorgt für den Wasserdruck im Trinkwassernetz,
gut erhaltener Dorfkern Altcoschütz: Häuser mit Fachwerk an den Hofseiten und Gedenktafeln (Inschriften über Brände und frühere Besitzer), Schlusssteine mit Initialen und Jahreszahlen

Aus der Geschichte von Gittersee
1350: urkundliche Ersterwähnung als Geterssin, ein Platzdorf, zunächst im Besitz der Familie von Miltitz und ab 1370 im Besitz der Kreuzkirche (der Dresdner Stadtkirche, unterstand somit dem Dresdner Brückenamt), 16. Jahrhundert: Beginn des Obstbaus im Gebiet Plauen und Gittersee (wahrscheinlich von Pfarrer Martin Künzelmann angeregt, Besitzer des größten Gehöftes im Dorf), 1809-1861: Steinkohlebergbau in Nieder-Gittersee, ab 1837 durch den Gitterseer Steinkohlen-Bauverein, drei große Schächte in diesem Gebiet: Meiselschacht (Meiselschachtweg, Ecke Karlsruher Straße), Moritzschacht (später Gasthaus Cornelius-Gurlitt-Straße 18) und Emmaschacht (Karl-Stein-Straße 10/11), sowie einige kleinere Kohlegruben (Kohleabbau in der Zeit der DDR vorübergehend wieder aufgenommen), 1841-1844: Erweiterung der Karlsruher Straße zur Chaussee (in Verlängerung der Chemnitzer Straße, der Hauptverkehrsstraße nach Dresden), ab 1880: starker Anstieg der Einwohnerzahl von Gittersee, um 1910: Inbetriebnahme einer Nagel- und einer Wellpappenfabrik, um 1932: Gründung der Siedlung am Birkigter Hang, 1945: Eingemeindung nach Dresden, 1946-1950: Nutzung des Gasthofes an der Karlsruher Straße als Spielstätte der Volksoper (Vorläufer der Landesbühnen Sachsen)

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