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Stadtteil Briesnitz
Aus der Geschichte
slawische Zeit (ca. 600-1000): Burgwall auf dem steil abfallenden Briesnitzer Geländevorsprung (Vorgraben, Wall mit einer mit Hölzern abgestützten Lehmfüllung, steinerne Blendmauer als Außenfront, mehrfache Holzplankenwand an der Rückseite, Reste der Anlage blieben erhalten), 965 (kurz nach der Gründung der Mark Meißen nach der deutschen Eroberung der sorbischen Siedlungsgebiete): Erweiterung des Briesnitzer Walls zum Burgward, 1071: urkundliche Ersterwähnung (in der Bor-Urkunde) als Bresnice (altsorbisch: breza = Birke), war ein bäuerliches Gassendorf nahe der Elbe, hier erreichte der linkselbisch von Meißen kommende Bischofsweg (u.a. Fahrstrecke der Meißner Bischöfe zur Burg Stolpen, die 1222-1559 in deren Besitz war) die "Eiserne Furt" über die Elbe, ca. 1100: Entwicklung zu einem wichtigen kirchlichen Zentrum des Elbtalgaues Nisan, 1269: Erwähnung als Hauptort des Archidiakonats Nisan (Tagungsort des bischöflichen Gerichts), zeitweise auch Sitz des Erzpriesters von Dresden, später: Vereinigung des großen Vorwerks des Archidiakonats und des kleinen bischöflichen Vorwerks zum Bennogut (Altbriesnitz 4),
1555-1559 (nach der Reformation): Auflösung des Gutes, Vergabe der Felder als Pachtland an die Bauern, Wechsel von Briesnitz und der umliegenden Dörfer zum kurfürstlichen Amt, 1768: Einrichtung des Volksparks auf einem Teil des ehemaligen Vorwerksgeländes, bis Ende des 19. Jahrhunderts: Weinbau an den südexponierten Hängen um Briesnitz (daran erinnert das Weinberghäuschen Meißner Landstraße 2b, ein schlichter zweigeschossiger Bau mit Zeltdach), ab ca. 1850: Bau neuer Wohnhäuser an der Meißner Landstraße, 1904: Entdeckung eines eisenhaltigen Säuerlings beim Bohren eines 64 m tiefen Brunnens nahe des Borngrabens (u.a. als Heilwasser, Mineralwasser und zur Bereitung von Getränken genutzt, in der Zeit der DDR unter dem Namen der Friedrichstädter Firma "Bramsch" verkauft), 1911: Gründung des Vereins "Eigenheim", Bau einer Wohnsiedlung im Süden der Flur (1936 insgesamt 364 Häuser), in Altbriesnitz blieben zahlreiche sehenswerte historische Gebäude erhalten, 1921: Eingemeindung nach Dresden

www.dresden-briesnitz.de
 

Briesnitzer Kirche
Briesnitzer Kirche
Bauzeit: romanischer Kirchenbau vermutlich schon im 10. Jahrhundert entstanden (anstelle eines elbsorbischen Heiligtums), Ersterwähnung 1273, Umbau 1474 und 1882
Architekt: Gotthelf Ludwig Möckel (Umbau 1882)
Merkmale: Stil der Neogotik, aus der frühen Entstehungszeit stammen Chorpolygon, Triumphbogen und Ostfenster (hinter dem Altar), aus dem 15. Jahrhundert das Chorgewölbe, ein Marienfenster (heute in der Sakristei) und einige Holzplastiken, Taufstein von 1595, Betstube "Gorbitzer Halle" des einstigen Kammergutsverwalters, alte Grabsteine früherer Briesnitzer Pfarrer, Orgel (1995, Firma Jehmlich, Ersatz der alten Orgel von 1856)
Aus der Geschichte: 1233: Zerstörung (zusammen mit dem Burgward) durch Kampfhandlungen, um 1260: Neubau, 1602: Kirchturm nach einem Blitzschlag verbrannt, Neubau mit Renaissancegiebeln, zum Kirchspiel gehörten bis zu 26 Dörfer im Gebiet zwischen der Weißeritz und dem Tännichtgrund bei Niederwartha, 1882: Umbau im neogotischen Stil, Neugestaltung des Kirchturms (gegen den Willen des Architekten Gotthilf Ludwig Möckel), Ersatz der hölzernen Kassettendecke (Darstellungen aus dem Alten Testament) durch ein neogotisches Sandsteingewölbe (einige Bilder der Holzdecke blieben erhalten, heute an der Empore), 1917: Einschmelzen der drei Bronzeglocken von 1602 für Kriegszwecke, nach 1918: Einbau von drei Stahlglocken (in Lauchhammer gegossen)


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