Botanischer Garten

An der nordwestlichen Ecke des Großen Gartens in Dresden befindet sich der Botanische Garten. Der Eingang ist gleich neben der Gläsernen Manufaktur auf der Stübelallee. Heute gehört der Botanische Garten zur TU Dresden. Ein Besuch während der Öffnungszeiten lohnt sich. Der Garten hat zu jeder Jahreszeit etwas Besonderes zu bieten. Neben dem Garten in Dresden gibt es auch noch drei Außenstellen zu denen der Boselgarten in Meißen, die Botanische Sammlung in Pirna und der Pflanzengarten auf dem Fichtelberg gehören.

Der Botanische Garten Dresden in Zahlen

Der Botanische Garten zu Dresden umfasst eine Fläche von 3,25 Hektar. Etwa 10.000 Pflanzenarten aus allen Gebieten unserer Erde haben hier ein Zuhause gefunden. Die Gliederung des Gartens richtet sich nach der Geographie der Pflanzen. Sowohl das Freigelände als auch die Gewächshäuser sind nach geografischen Abteilungen unterteilt. In den Gewächshäusern befinden sich tropische und subtropische Pflanzen aus Afrika, Amerika und Asien. Hier gibt es circa 3.000 Pflanzenarten. Die Fläche der Gewächshäuser mit den Anzuchthäusern beträgt über 1.000 m². Im Amerikanischen Gewächshaus befinden sich auch Pflanzenarten aus den Regenwäldern Südamerikas. Fantastisch ist das Große Tropenhaus, in dem nicht nur tropische Flora aus Afrika und Asien untergebracht ist, sondern in dem es auch Wasserpflanzen zu bestaunen gibt.

Auf der Freifläche des Botanischen Gartens ist eine Sammlung von Heil- und Gewürzpflanzen zu erkunden, vor dem Tropenhaus befinden sich lebende Fossilien und die morphologische Abteilung zeigt, wie sich Pflanzen unter verschiedenen Umweltfaktoren anpassen können.

Die Geschichte des Botanischen Garten in Dresden

Im Jahre 1815 beginnt die Geschichte des Botanischen Gartens in Dresden. Zu dieser Zeit wurde der Chirurgisch-Medizinischen Akademie ein Stück Land zugesprochen, auf dem ein Botanischer Garten entstehen sollte. Damals lag der 1820 fertiggestellte Garten am Rande der Altstadt. Der Garten stand unter Leitung von Heinrich Gottlieb Ludwig Reichenbach, einem bedeutenden Naturwissenschaftler, der auch am Dresdner Zoo mitgewirkt hat, Direktor des Naturhistorischem Museum war und den Dresdner Tierschutzverein mitgegründet hat. Reichenbach hatte gute Kontakte zum Königshaus, was dem Botanischen Garten zugute kam. Bereits 1825 gab es 7800 Pflanzenarten im Botanischen Garten.

Als 1879 der Garten von Professor Carl Oskar Drude übernommen wurde, musste der Garten aus Gründen der Stadtplanung umziehen. Der Botanische Garten Dresden zog an seinen heutigen Platz. Innerhalb von nur drei Jahren entstand ein völlig neues Konzept, welches den Botanischen Garten nach pflanzengeografischen Kriterien gliederte. Auch ein- und mehrjährige Pflanzen wurden getrennt. Die Struktur ist bis jetzt erhalten.

Die neue Anlage an der Stübelallee eröffnete am 01. April 1893. Die Sammlung umfasste circa 5750 Pflanzenarten, unter denen sich auch 2400 Gewächshauspflanzen und 850 Gehölze befanden. Sehr modern für die damalige Zeit war die Akklimatisierungsstation und die landwirtschaftlich-gärtnerische Versuchsstation. In dieser Zeit entstanden auch der Boselgarten in Meißen und der Pflanzengarten auf dem Fichtelberg.

Die Dresdner Bombennächte

13. Februar 1945, Fliegenangriff auf Dresden – der kleine Garten wurde von 18 Bomben getroffen. Es wurden nicht nur wertvolle Pflanzen vernichtet, sondern auch Bücher und Herbarbelege. Die Gewächshäuser zerbarsten und stürzten ein. Bereits kurz nach dem Krieg wurden die Flächen für den Anbau wieder hergerichtet. Zuerst war es Gemüse, das angebaut wurde. Doch auch die wissenschaftlichen Pflanzensammlungen wurden schon bald wieder aufgebaut. Die Trägerschaft für den Botanischen Garten wurde 1949 von der Technischen Hochschule übernommen. Unter Leitung von Professor Herbert Ulbricht fanden unglaubliche Aufbauarbeiten statt. Kaum etwas hatte die Bombennacht überlebt.

Im Jahre 1994 wurde der Botanische Garten mit der Professur für Botanik verbunden. 1998 kam die Außenstelle Pirna hinzu, in der eine umfangreiche Sammlung an Kamelien und Azaleen untergebracht ist.

Der Botanische Garten in Dresden heute

Je nach Jahreszeit bestimmen andere Pflanzen das Bild des Botanischen Gartens. Sind es im Frühjahr die herrlichen Magnolien, die gleich im Eingangsbereich blühen, so lassen winterharte Polster und Bodendecker auch im Winter nicht das Grün fehlen. Fast täglich ändert sich das Antlitz des Gartens. Im Victoria-Haus blühen nicht nur Pflanzen aus den tropischen Gebieten, hier gibt es auch Nutzpflanzen wie die Ananas oder den Kakaobaum. Beeindruckend ist das große Tropenhaus, in dem die Flora aus Asien und Afrika zu finden ist. Zimt, Baumwolle, Pfeffer und Zuckerrohr sind nur einige Pflanzen, die hier beherbergt werden. Doch auch heimische Wildblumen, Sumpf- und Wasserpflanzen können im Botanischen Garten entdeckt werden.

Eine große Besonderheit ist die Sammlung von einjährigen Pflanzen, die selbst gezogen sind. Über 800 Arten umfasst die Sammlung, die im Frühjahr gesät wird und bis in den Herbst hinein blüht. Nach der Blüte werden die Samen gesammelt, um im nächsten Jahr wieder für die Anzucht verwendet zu werden.

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