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Stadtteil Blasewitz
Aus der Geschichte
1350: urkundliche Ersterwähnung als Blasenwicz (altsorbisch: Leute des Blazen), war ein Rundweiler in einer Rodung am Elbufer in einem mit Kiefernwald bewachsenen Gelände ("Tännicht"), Abgabepflicht der Bauern zunächst an den Burggrafen von Dohna, dann an die Meißner Markgrafen, 1384: Belehnung des wohlhabenden Dresdner Bürgers Peter Münzmeister mit dem Dorf Blasewitz, ab 1480: Gerichtsbarkeit vom Dresdner Brückenamt ausgeübt (verwendete die Abgaben u.a. für den Unterhalt der Kreuzkirche und der Dresdner Elbbrücke), ab ca. 1550 (nach der Reformation): Gerichtsbarkeit vom Altstädter Religionsamt ausgeübt (bis um 1850), ab 1683: Jagdhaus am Dorfplatz (heute Schillerplatz) als kurfürstliche Schenke geführt (der alte Gasthof blieb bis heute erhalten, das dazugehörige Sommerschankhaus an der Elbe wurde später in "Schillergarten" umbenannt: Friedrich Schiller war oft hier zu Gast, die Wirtstochter Johanne Justine Segedin, 1763-1856, diente ihm als Vorbild für die Gustl von Blasewitz in "Wallensteins Lager", Schillergedenkstein im Wirtshausgarten: eine Stiftung von Ernst Litfass, 1816-1874, Erfinder der Litfass-Säule),
1850/51: Neubau eines Schulhauses an der Naumannstraße (kleiner neogotischer Bau mit Staffelgiebel) nach einem Entwurf von Gottfried Semper (am Anfang des 20. Jahrhunderts entstand hier das Stadthaus, Architekt: Emil Scherz), ab Mitte des 19. Jahrhunderts: Verkauf von Acker- und Waldland an Dresdner Bauherren, erste Neuansiedlungen im Umfeld der Brucknerstraße, wohlgeordnete Bebauung sowie Schonung des verbliebenen Tännichts nach dem Bauregulativ von 1863, den Vorgaben des Waldparkvereins (1867 gegründet) und dem Bebauungsplan von 1876, Entwicklung zu einem waldreichen vornehmen Villenviertel, umfangreicher Straßenbau, 1863: Erweiterung der Loschwitzer Straße (Hauptweg nach Dresden), 1872: Inbetriebnahme der Dresdner Pferdebahn auf dieser Straße, 1874: Einrichtung des 23 ha großen Waldparks auf Betreiben des Waldparkvereins und durch Förderung der Familie Königsheim (an diese erinnert der Königsheimplatz), 1880: neue Bauordnung, Bebauung des Schillerplatzes mit geschlossenen Häuserreihen (der ländliche Charakter des Platzes ging verloren), 1887: Trennung der Kirchgemeinde Blasewitz-Neugruna von der Kreuzkirchgemeinde, 1893: Bau der neogotischen Heilig-Geist-Kirche (Architekt Emil Scherz), 1893: Bau der Brücke "Blaues Wunder" (verbindet die Stadtteile Blasewitz und Loschwitz über die Elbe hinweg) und weiterer Ausbau der Verbindungsstraßen zu den östlichen Dresdner Stadtteilen, seitdem starker Durchgangsverkehr durch den einst sehr ruhigen und idyllischen Ausflugsort Blasewitz,
um 1900: Bau zahlreicher großer Villen im Umfeld des Waldparks (durch bedeutende Architekten wie Kurt Diestel, Julius Gräbner, Konstantin Lipsius, Johannes Schilling, Martin Pietzsch und Richard Schleinitz), Gründung der Rudersportvereine für Männer und für Frauen durch wohlhabende Blasewitzer Bürger, Einrichtung einer Regattastrecke auf der Elbe (Blasewitz ist seitdem Heimstatt des Dresdner Rudersports), 1921: Zwangseingemeindung des reichen Villenvororts Blasewitz nach Dresden (er war damals schon rundum von Dresdner Stadtteilen umgeben) nach langem Widerstand aus Angst vor höheren städtischen Abgaben, die den hohen Standard der eigenen öffentlichen Einrichtungen in Frage stellten, Februar 1945: einige Schäden zwischen der Johannstadt und dem Schillerplatz durch die Bombenangriffe (deshalb stehen hier mehrere Neubauten zwischen den restaurierten Altbauten), die großbürgerliche Architektur der Jahrhundertwende blieb in Blasewitz aber in einer Vielfalt wie sonst nirgends in Dresden erhalten

www.dresden-blasewitz.de   www.blasewitz1.de
 

Villen in Blasewitz
Bilder: Beispiele für Blasewitzer Villen

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