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Altmarktbereich
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Altmarkt   (Hauptplatz der Dresdner Altstadt)
Ostseite des Altmarktes
Bild: Ostseite des Altmarktes (rechts im Bild die Kreuzkirche, im Hintergrund der Rathausturm)
Eingang der Altmarkt-Galerie am Altmarkt
Merkmale: Hauptplatz der Dresdner Altstadt, Ausgangspunkt der Entwicklung der städtischen Siedlung, nach der Einbeziehung des Neumarktes in das Stadtgebiet (im Zuge der Osterweiterung der Stadtfestung um 1520) kam für den früheren Stadtmarkt der Name Altmarkt auf

www.dresden-altmarkt.de
 

Bilder: Westseite des Altmarktes (der Dachreiter auf der westlichen Häuserzeile markiert den Eingang zum Webergassenviertel, wo in den 1990er Jahren mit der Altmarkt-Galerie eines der schönsten deutschen Einkaufszentren entstand)

Westseite des Altmarktes
Südzugang zum Altmarkt

Bild: Südzugang zum Altmarkt (aus Richtung Prager Straße gesehen)


Kulturpalast
Kulturpalast am Altmarkt
Lage: Nordseite des Altmarktes
Bauzeit, Architekten: 1966-1969, Wolfgang Hänsch, Herbert Löschau
Merkmale: Stahlbetonskelett-Konstruktion, 103 m lang, 72 m breit, ca. 20 m hoch, 52 m langer Dachaufsatz aus Aluminium mit Kupferblechbeschlag (zeigt die Grundrissform des flexibel nutzbaren großen Saales, maximal 2.740 Plätze), Studiotheater, gastronomische Einrichtungen, Klub- und Gesellschaftsräume, Orchesterprobesaal, Ausstellungsräume, große Glasfassade (soll eine wechselseitige Beziehung zwischen dem Gebäudeinneren - besonders wenn es erleuchtet ist - und dem Umfeld herstellen)
Nutzung: Heimstatt der Dresdner Philharmonie, Konzerte, Gastspiele und Show-Veranstaltungen (z.B. Dresdner Musikfestspiele und Dixielandfestival)

www.kulturpalast-dresden.de
www.konzert-kongress-dresden.de
www.kulturpalast-dresden-erhalten.de

Bronzetür und Wandbild des Kulturpalastes
Bild links: Zweiflügelige Bronzetür (Gerd Jäger) des Kulturpalastes mit Szenen aus der Dresdner Stadtgeschichte
Bild rechts: Sozialistisches Wandbild "Der Weg der roten Fahne" an der Westseite des Kulturpalastes


Aus der Geschichte des Altmarktes
  • 12. Jahrhundert: Bau von ca. 60 m langen Häuserblocks durch die ersten deutschen Siedler Dresdens im Umfeld eines großzügig angelegten Stadtmarktes (ca. 130 x 100 m, Siedlungsgröße etwa 500 m) auf einem höher gelegenen und somit weniger hochwassergefährdeten Areal südlich der am Elbübergang stehenden Burg und südwestlich der alten sorbischen Siedlung Drezdzany (die der Stadt den Namen gab, aber nicht ihr Ausgangspunkt war), vom Marktplatz zur Burg an der Elbe führte ein Knüppeldamm über das noch lange Zeit sumpfige Gelände, das regelmäßige Gitterschema der Straßen und Gassen mit einem Markt im Mittelpunkt war typisch für Stadtgründungen in der Zeit der zweiten deutschen Ostexpansion, über den Marktplatz floss damals der von der Kreuzgasse kommende Kaitzbach zur Elbe hin (mündete später in den Stadtgraben)
  • 1370: urkundliche Ersterwähnung, nach der Einbeziehung des Neumarktes in die Stadt (Erweiterung der Stadtbefestigung nach Osten zwischen 1519 und 1529) hieß der Stadtmarkt nun Altmarkt, diente bis zum Bau des Zwingers auch als Vergnügungs- und Festplatz des kurfürstlichen Hofes
     
  • Dresdner Altmarkt im Jahr 1719

    Bild: Festaufzug im Jahr 1719 auf dem Altmarkt anlässlich der Vermählung des Kurprinzen Friedrich August (Sohn von August dem Starken) mit Kaisertochter Maria Josepha (nach einer alten Grafik, verändert)
  • Wohngebiet bedeutender Persönlichkeiten Dresdens (z.B. des Dichters der Romantik Ludwig Tieck (1773-1853) in der Zeit 1819 bis 1842, er arbeitete zu jener Zeit als Dramaturg am Hoftheater)
  • 1849: Hauptschauplatz des Dresdner Maiaufstandes (von preußischen und sächsischen Truppen blutig niedergeschlagen), bis 1918 blieb der Platz dann für Kundgebungen aller Art gesperrt
  • 1886: Durchbruch der König-Johann-Straße vom Altmarkt zum Pirnaischen Platz, dabei ging viel historische Bausubstanz verloren (das Alte Landhaus büßte seinen südlichen Bauteil ein)
     
  • Altes Rathaus am Altmarkt um 1930

    Bild: barockes Altes Rathaus an der Nordwestecke des Altmarktes (bei den Bombenangriffen im Februar 1945 zerstört; Zustand um 1930, nach einem alten Foto, verändert)
  • Februar 1945: Zerstörung des gesamten Umfeldes des Altmarktes durch britisch-amerikanische Bombenangriffe, in den Tagen danach wurden tausende Bombenopfer auf großen Scheiterhaufen und Rosten aus Straßenbahnschienen auf dem Platz verbrannt, die Trümmerberäumung hinterließ ein großes leeres Feld
  • 1953: Beginn des Wiederaufbaus von Wohn- und Geschäftshäusern (die Aufbaupläne entsprangen einem Architektenwettbewerb von 1950 bis 1952), anders als der ehem. höfische Bereich im Norden der Inneren Altstadt erhielt der bürgerliche Stadtbereich ein vollkommen neues Gesicht (im Altmarktumfeld verblieben nur wenige historische Gebäude: Altes Landhaus, Neues Gewandhaus, Kreuzkirche, Neues Rathaus)
  • Neuanlage des Altmarktes als großer Fest- und Demonstrationsplatz (Fläche von einst 100 x 130 m = 1,3 ha auf 2,8 ha mehr als verdoppelt), die Westfassade der bis 1945 in "zweiter Reihe" stehenden Kreuzkirche zeigte sich nun als Teil der Ostseite des Platzes
  • Neubebauung der Ost- und Westseite des Altmarktes mit in traditioneller Ziegelbauweise errichteten Häuserreihen (nach Entwürfen der Chefarchitekten Herbert Schneider und Johannes Rascher) mit einigen barocken Schmuckelementen (Erker, Arkaden, vergoldete Schmuckgitter, Bildhauerarbeiten aus Sandstein, Reliefs, kupfergedeckte Türmchen, Dachfenster, Sandsteingliederung der Putzfassaden), Belebung der Dachlinie der westlichen Häuserzeile mit einem Dachreiter; die Gebäude zeigten anfänglich noch einen Bezug zur Dresdner Bautradition - zumindest mit ihrer Fassadengestaltung und den Dachmansarden, die spätere Bebauung des Altmarkt-Umfeldes erfolgte dann aus Zeit- und Kostengründen ohne Rücksicht auf die Dresdner Bautradition, im weiteren Umkreis entstanden auch unansehnliche Plattenbauten
     
  • Westseite des Altmarktes in der Zeit der DDR

    Bild: Westseite des Altmarktes in der Zeit der DDR
  • 1958-1962: Bau des Webergassenviertels (westlich des Altmarktes) als Geschäftsviertel mit Fußgängerzone, Läden, einem Kinderkaufhaus und der Gaststätte "Wallterrasse", sollte die Tradition der früheren Webergasse wieder aufnehmen (heute erstreckt sich das Einkaufszentrum Altmarkt-Galerie über einen großen Teil dieses Viertels)
  • 1966-1969: Abschluss der Nordseite des Platzes durch den Bau des Kulturpalastes (der Altmarkt erhielt erst dadurch seinen Platzcharakter wieder zurück)
  • seit 1997: Verkleinerung hin zur ursprünglichen Größe durch den Bau von Waren- und Bürohäusern an der Südseite (die einst vor der Kreuzkirche vorhandene, 1945 zerstörte Bebauung wird dadurch wieder hergestellt, allerdings in moderner Gestalt ohne Bezug auf die Dresdner Bautradition)

Ausgrabungen im Südbereich des Altmarktes
Bilder: Ausgrabungen im Südbereich des Altmarktes (Blick auf Hausfundamente und Keller der einst vor der Westseite der Kreuzkirche stehenden Häuser); nach der Sicherung des Untergrundes wurde auch diese vor der Kreuzkirche gelegene Südseite des Altmarktes wieder bebaut


Weiße Gasse, Gänsediebbrunnen, Wilsdruffer Straße
Blick in die Weiße Gasse
Weiße Gasse, Gewandhausstraße
Lage: östlich des Altmarktes
Bauzeit: 1950er Jahre (Wiederaufbau des Altmarktbereiches)
Merkmale: zwei anstelle der im Krieg zerstörten engen Gassen angelegte erweiterte Seitenstraßen mit Gaststätten und Geschäften in den Erdgeschossen und Wohnungen in den Obergeschossen der Häuser

Bild: Blick von Süden in die Weiße Gasse
Gänsediebbrunnen in der Weißen Gasse
Gänsediebbrunnen
Standort: Weiße Gasse (bis 1945 am Ferdinandplatz)
Entstehungszeit, Bildhauer: 1878-1880, Robert Diez (Guss in der Dresdner Kunst- und Glockengießerei C. Albert Bierling)
Merkmale: die Figur des Gänsediebes erinnert an den fahrenden Studenten Thomas Blatter, gewann die "Große Goldene Medaille" der Internationalen Kunstausstellung 1878 in München

Südseite der Wilsdruffer Straße
Wilsdruffer Straße
Lage: verläuft zwischen dem Postplatz im Westen und dem Pirnaischen Platz im Osten (über die Nordseite des Altmarktes)
Bauzeit: 1956-1969
Merkmale: bis zu 60 m breite Magistrale (in der Zeit der DDR "Ernst-Thälmann-Straße" genannt), in den Erdgeschossen der Gebäude sind Geschäfte (zum Teil Arkaden vorgesetzt) und in den oberen Stockwerken Wohnungen eingerichtet


Bild: Südseite der Wilsdruffer Straße (hinten der Altmarkt)

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