Dresden – Landeshauptstadt Sachsens

Kaum eine Stadt verdient den Namen Elfflorenz mehr. Und das nicht nur, weil Dresden an der Elbe liegt. Als Florenz des Nordens wird Dresden vor allem seiner vielen Kunstsammlungen und seiner einmaligen Architektur wegen genannt. Johann Gottfried Herder bürgerte den Begriff Elbflorenz ein. 1802 sagte Herder in seiner „Adrastea“:

„Vor allem aber sind es die Kunst- und Alterthumssammlungen, die er mit ansehnlichen Kosten stiftete, Trophäen seiner Regierung. Was ein Friedrich August im Anfange des Jahrhunderts anfing, hat ein anderer Friedrich August am Ende desselben vollendet. Durch sie ist Dresden in Ansehung der Kunstschätze ein Deutsches Florenz geworden.“

Dresden SkylineEinst war Dresden die Residenzstadt großer sächsischer Könige und Kurfürsten, die dafür sorgten, dass Dresden heute als Barockperle an der Elbe bezeichnet wird. Dresden ist durch einzigartige Bauten aus den Zeiten der Renaissance und des Barocks gekennzeichnet. Wie in kaum einer anderen Stadt verbinden sich hier eine äußerst reizvolle Architektur und meisterliche Gartenbaukunst. Dem großen August dem Starken ist es zu verdanken, dass sich hier Kunstschätze von unschätzbarem Wert befinden. Dresden gehört zu den schönsten Städten der Welt – es ist eine Kunst- und Kulturstadt von Weltrang.

Dresden liegt inmitten des schönen Elbtals

Dresden liegt zwischen den sanften Hügeln des Osterzgebirges, dem Elbsandsteingebirge und der Lausitzer Granitplatte. Geteilt wird Dresden vom Fluss Elbe. Weite Teile der Stadt sind von Grünanlagen und Wald bedeckt. Mit 63% Wald- und Grünfläche gehört Dresden zu den grünsten Städten Europas. Allein die Dresdner Heide nimmt eine Fläche von knapp 6000 Hektar ein. In Dresden gibt es drei Naturschutzgebiete und elf Landschaftsschutzgebiete. Dazu unzählige Gärten, Parkanlagen, Friedhöfe und Alleen, die denkmalgeschützt sind. Außerdem gehören drei Vogelschutzgebiete zum Gebiet der Stadt.

Fakten

Fläche: 328,31 qkm
Einwohner: 525.105
Oberbürgermeister: Helma Orosz
Autokennzeichen: DD

Quelle: Sachsen-online.de

Dresden ist aber nicht nur für seinen barocken Baustil und sein grünes Stadtgebiet bekannt. Namhafte Unternehmen haben sich hier niedergelassen. Grund dafür ist die gute Lage im Dreiländer-Eck und die angesiedelten Hochschulen und Universitäten, die für fachlichen Nachwuchs sorgen. Vor allem die Mikroelektronik, die Informations- und Kommunikationstechnologie, die Nanotechnologie, die Luft- und Raumfahrt sowie der Fahrzeugbau haben im Elbflorenz einen Platz gefunden. Kompetenzfelder sind aber auch Bildung, Geistes- und Sozialwissenschaften und Pharmaindustrie.

Unter August dem Starken erlangt Dresden große Bedeutung

Bereits im 5. Jahrtausend v. Chr. Haben sich in den Elbauen die ersten Siedler niedergelassen. Bis zur Herrschaft von August dem Starken war Dresden aber eine sehr unbedeutende Stadt. Friedrich August I. führte Dresden zu Glanz und Gloria und einem unvergleichlichen Ruhm. Der Prunksucht des Kurfürsten und späteren Königs von Polen und Großfürsten von Litauen ist es zu verdanken, dass Dresden sich mit vielen anderen barocken Schönheiten vergleichen kann. Auf seinen Reisen hatte August der Starke Versailles kennengelernt und war von dem Wunsch beseelt, es dem Sonnenkönig gleich zu machen oder diesen sogar zu übertreffen.

Prachtvolle Bauten entstanden in Dresden von meisterlicher Hand. Handwerker und Architekten aus Italien, Deutschland, Frankreich und anderen Ländern gaben der Stadt die wundervollen Züge, die sie heute noch trägt. In der ganzen Welt sammelte August Kunstschätze und brachte diese in die Residenzstadt Sachsens. Noch mehr Glanz erhielt die Stadt nach 1697, dem Krönungsjahr, in dem August der Starke zu König August II. von Polen wurde.

Natürlich waren auch die Entwicklung des Meißner Porzellans und die erzgebirgischen Silberbergwerke für den Reichtum der Residenzstadt verantwortlich.

Dresden ist auch Kulturhauptstadt Sachsens

Zwinger Dresden

Zwinger Dresden

Heute gibt es in Dresden über 50 Museen, welche unglaublichen Schätze bergen. Zu den Besuchermagneten gehören der Zwinger mit der Gemäldegalerie Alte Meister, der Porzellansammlung und dem Mathematisch-physikalischen Salon. Sehenswert sind auch das Grüne Gewölbe, die Galerie Neue Meister, die Rüstkammer oder das Kupferstichkabinett. Hier, in Dresden, befindet sich eine der reichsten und bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt.

Dresden ist aber auch eine bedeutende Musikstadt. Der berühmte Dresdner Knabenchor Kreuzchor, die Dresdner Kapellknaben, die Dresdner Philharmonie und die Sächsische Staatskapelle Dresden sind weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt und berühmt und zählen zu den besten Klangkörpern überhaupt. Namhafte Komponisten wie Richard Wagner, Fritz Geißler, Heinrich Schütz und Carl Maria von Weber wirkten hier.

Doch auch die Theater und Bühnen der Stadt können sich sehen lassen. In der Semperoper wurden schon vor Jahrzehnten Opern von Wagner und Strauss aufgeführt und uraufgeführt. Inzwischen haben sich aber auch die Herkuleskeule, das Staatsschauspiel und die Staatsoperette einen Namen gemacht.

Nicht ohne Grund wird Dresden als Kunststadt bezeichnet, zieht sie doch Künstler jedes Genre magisch an. Es ist kaum zu zählen, wie viele Maler die Schönheit der Stadt auf Leinwand gebannt haben. Aber wer weiß schon, dass berühmte Werke Dresden gewidmet waren. So schrieb Friedrich Schiller sein Gedicht „An die Freude“ für die Tafel der Freimaurerloge „Zu den drei Schwertern“. Genau das Gedicht, welches später von Ludwig van Beethoven in der 9. Sinfonie vertont wurde.



Tausende Besucher kommen jährlich nach Dresden

In jedem Jahr zieht es mehr Touristen ins Elbflorenz. Etwa sieben Millionen Gäste besuchen jährlich Dresden, wovon circa 1,1 Millionen mindestens zwei Tage bleiben. Damit liegt Dresden weit über den Durchschnitt in Deutschland, ja sogar Europas und erreicht bei den Besucherzahlen Spitzenwerte.

Beeindruckend sind besonders die barocken Bauten und die Renaissance-Bauten der Stadt. Das Residenzschloss, die mächtige Kathedrale, die Semperoper oder der Dresdner Zwinger ziehen die Touristen der Stadt magisch an. Es sind einzigartige Bauwerke, die ihresgleichen suchen. Das Residenzschloss, der Stallhof, der Georgenbau und das Johanneum entstanden in der Zeit der Renaissance und sind bedeutende Anlagen aus dieser Zeit.

Die Elbe trennt die Dresdner Altstadt von der Neustadt

Getrennt wird die Stadt durch die Elbe, die sich sanft durch die Elbauen schlängelt. Auf der einen Seite befindet sich die Altstadt, die gerade am Elbufer ihre schönste Seite zeigt. Hier, am berühmten Canalettoblick, vereinen sich Barock, Renaissance und Klassizismus in prunkvollen Gebäuden. Allen voran das Ensemble um den Theaterplatz, der zu den architektonischen Wundern in Deutschland gehört. Hier reihen sich das Italienische Dörfchen, die Katholische Hofkirche, das Residenzschloss, die Altstädtische Hauptwache, der Zwinger, die Sempergalerie und die Semperoper aneinander. Gegenüber des Theaterplatzes, gleich neben dem Aufgang zur Augustusbrücke befindet sich die Freitreppe zur Brühlschen Terrasse.

Auf der anderen Seite der Elbe liegt die Neustadt. Wundervolle Sandsteinbauten wie das Barockhaus, das Japanische Palais oder das Finanzministerium bestimmen hier das Bild.

Dresden in Schutt und Asche gebomt

Die schwärzesten Tage in der Geschichte Dresdens sind die Tage zwischen dem 13. und 15. Februar 1945. Kurz vor Kriegsende sollte das wundervolle Dresden in Schutt und Asche fallen. Die einzigartige Pracht und Schönheit der Stadt viel unzähligen amerikanischen Bomben zum Opfer. Feige und hinterhältig zogen amerikanische und britische Bombengeschwader über die Stadt und entfesselten einen Feuersturm, in dem tausende Menschen umkamen. Wer dem ersten Angriff in der Nacht des 13. Februars 1945 entkommen war, musste am Mittag des 14. Februars erneut Schutz vor den angloamerikanischen Flugzeugen suchen. Doch damit nicht genug. Am 15. Februar wurde die Stadt erneut bombardiert. Wer überlebte, wurde an die Ufer der Elbe getrieben und kalt lächelnd von den angloamerikanischen „Helden“ abgeschlachtet, die keinerlei Risiko bei der Vernichtung Dresdens eingingen. Die wundervolle Stadt liegt in Schutt und Asche.

Aufbau Dresdens nach historischen Vorbild

Sofort nach dem Krieg begann der Wiederaufbau der einst so herrlichen Barockstadt. Bis heute dauert der Aufbau an. Das historische Stadtzentrum ist in alter Schönheit wiedererstanden. Beim Aufbau werden alte Originalpläne zurate gezogen. So können auch Details umgesetzt werden, die schon in der Zeit vor dem Krieg geändert wurden. Bereits während der Zeit der DDR wurden die Semperoper, der Zwinger, die Brühlsche Terrasse, die Kunstakademie, das Johanneum, die Altstädter Wache und das Albertinum aufgebaut und renoviert. Jedes Jahr werden tausende Besucher von den architektonischen Wundern angezogen. Nach der Wende entstand die einzigartige Dresdner Frauenkirche neu, deren Ruinen bis dahin an die Bombennächte von Dresden erinnerten.

Aber nicht nur die Altstadt bekam neues Leben eingehaucht und wurde wieder aufgebaut. Auch andere Stadtteile werden sorgfältig restauriert, um Dresden im neuen Glanz erstrahlen zu lassen. Eines der Wunder ist die Yenidze, die in der Architektur einer Moschee gleicht. Das orientalische Fabrikgebäude, welches eins der Zigarettenfabrikant Hugo Zietz erbauen lies, schein einem Märchen aus tausendundeiner Nacht entsprungen zu sein.

Schloss Pillnitz

Schloss Pillnitz

Viele Sehenswürdigkeiten auch im Umland

Zu den schönsten Sehenswürdigkeiten gehört auch die Schloss- und Parkanlage Pillnitz. Sie ist in Europa die größte Anlage, die im Stil der barocken Chinoiserie errichtet wurde. Die Anlage ist ein wundervolles Ensemble aus Wasserpalais, Neuen Palais und Bergpalais, welche den barocken Lustgarten einschließen. Daran schließt sich ein Schlosspark, der es in sich hat.

An den Elbhängen befinden sich romantische Schlösser, prunkvolle Kirchen bestimmen das Stadtbild und der Große Garten ist mehr als ein Stück Natur, das Platz zum Ausruhen bietet.

Nicht weniger Vielfalt und Schönheit bietet die Umgebung der Residenzstadt Dresden. Es ist nicht weit bis zu den wilden Gebirgsbächen, den steil aufragenden Felsen und dem mystischen Wald, welche die Sächsische Schweiz bestimmen. Eine Landschaft, die voller Sagen und Geschichte steckt, in der Burgen, Festungen und Räuberhöhlen zu besichtigen sind und von deren Felsen man einen genialen Blick über das Land hat.

Doch auch in der anderen Richtung gibt es viel zu sehen. Sei es das Lustschloss August des Starken in Moritzburg mit seinen wildreichen Wäldern und den zahlreichen Seen oder die Wiege Sachsens, Meißen, einer mittelalterlichen Stadt, in der die Geschichte Sachsens begann. Die unzähligen Sehenswürdigkeiten in und um Dresden sind kaum zu zählen. Eine ist schöner als die andere und jede beherbergt eine einzigartige Geschichte, die es sich zu hören lohnt.

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